Verhüllt Bis die Amsinck-­Villa wieder in altem Glanz erstrahlt bedarf es noch jeder Menge Arbeit Foto: cs

Einige Fragen offen

Ballin-Stiftung präsentiert Nutzungskonzept für Amsinck-Villa

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Was geschieht mit der Lokstedter Amsinck-Villa? Diese Frage beschäftigt Anwohner und Politik seit Jahren. Dass die Rudolf-Ballin-Stiftung in dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1868 eine Kita für knapp 90 Kinder errichten will, ist längst bekannt.

 

Die öffentliche Vorstellung eines umfassenden Nutzungskonzeptes war immer wieder gefordert worden. Doch auch nach dem jüngsten Regionalausschuss, zu dem Stiftungsvorstand Harald Clemens nebst dem verantwortlichen Architekten Sönke Prell sowie einem Vertreter der zukünftigen Vermieterin Saga GWG angereist war, bleiben einige Fragen weiter offen. So sei zwar geplant, dass die Amsinck-Villa in den Randzeiten der Kita gegen ein entsprechendes Entgelt auch von der Öffentlichkeit genutzt werden könne. „Ich stelle mir da Lesungen, Yoga-Stunden oder Vereinssitzungen vor“, so Clemens. Allerdings: Konkrete Interessenten gibt es offenbar noch nicht. Clemens: „Dies ist ein Prozess, der erst wachsen muss.“

Die anwesenden Politiker nahmen den Vortrag einigermaßen verwundert zur Kenntnis. Schließlich war bereits im Jahr 2008 einstimmig beschlossen worden, dass „bei der künftigen Nutzung der Amsinckvilla ein Konzept berücksichtigt wird, das der Öffentlichkeit den Zugang zur Villa und Umgebung langfristig garantiert.“

Froh und dankbar müsse man nichtsdestoweniger sein, nach Jahren des Leerstands überhaupt eine Nutzerin gefunden zu haben, die die Amsinck-Villa vor dem Hintergrund der bezirklichen Vorgaben betreiben wolle, so der einhellige Tenor.

Auch die Ankündigung des Planers Prell, das altehrwürdige Gebäude einzäunen zu wollen, „pro Krippenkind sind sechs Quadratmeter arrondiertes Gelände Vorschrift“, konnte die Erleichterung darüber nicht trüben. Sorgen bereiten indes die zu erwartenden Kosten: Denn, so Prell, die Bausubstanz des neoklassizistischen Hauses sei weniger solide, als es vom Äußeren her den Anschein hatte. „Im Inneren wuchern Pilze und auch die gescheiterten Schwammsanierungsversuche aus den 1980er Jahren haben nicht gerade zu einer Verbesserung beigetragen“, betonte der Diplom-Ingenieur. Dennoch: „Es kann ein Kleinod werden“, ist sich Prell sicher. Ob die dafür veranschlagten 2,8 Millionen Euro ausreichen werden, bleibt vermutlich abzuwarten. cs

 

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