30 bis 40 Hügel zeugen auf dem Sportplatz am Sachsenweg vom geschäftigen Maulwurf-Treiben Foto: mf

Sicherheitsrisiko Maulwurf

Kritik an Sondergenehmigung zum Töten des Tieres auf Sportplatz

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Maulwürfe sind Nützlinge, die unter Schutz stehen. Dieser wurde vom Bezirksamt Eimsbüttel nun für den Sportplatz Sachsenweg aufgehoben. Das Tunnelsystem, das ein Maulwurf dort gegraben hat, destabilisiert den Boden und gefährdet Sportler. Naturschützer kritisieren das scharf.

 

„Wir haben lange in friedlicher Koexistenz gelebt“, sagt Michael Vierth, erster Vorsitzender des NTSV. „Aber dann hat der Maulwurf sich vom Sportplatzrand weiter vorgearbeitet“. Mittlerweile zeugen 30 bis 40 Hügel auf dem Sportplatz Sachsenweg davon, dass der lichtscheue Säuger ein umfassendes Tunnelsystem gegraben hat. Für Sportler eine Gefahr. Der Platz musste gesperrt werden, soll aber nach Wunsch des NTSV nach den Ferien wieder bespielbar sein: „Hier spielen die Frauen-Verbandsliga, Herren Oberliga, die Zehn- bis 15-Jährigen des DFB Stützpunktes und die Kleinsten. Das sind für uns erhebliche Einbußen. Wir können und wollen nicht verzichten“, so Michael Vierth. Eine tierschonende Methode könnte eine Platzsperrung für mehrere Monate bedeuten. Verantwortlich sei aber das Bezirksamt Eimsbüttel: „Wir nutzen den Platz, alles andere ist Angelegenheit des Bezirksamtes, das für den gesamten Betrieb zuständig ist“, so NTSV-Geschäftsführer Mike Schreiber. Naturschützer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie Naturschutzbund Deutschland (NABU) sind entsetzt: „Maulwürfe sind keine Schädlinge, sondern Nützlinge für die Bodenwelt und stehen daher zu Recht unter Schutz“, stellt Paul Schmid vom BUND klar.

Foto: Dieter Haugk / pixelio.de

Alternativen zu teuer?

„Mit einer gezielten Vergrämungsstrategie durch Vibrationen und Schall oder Duftstoffe ist es möglich, Maulwürfe zu vertreiben.“ Dies sei aber zeitaufwändig und teurer als das Töten der Tiere: „Beides dürfte wohl der Grund für die Sondergenehmigung sein“, vermutet Schmid. Da die Tiere wie auch am Sachsenweg vom Rand einwanderten, sei eine frühzeitige Vergrämung deutlich einfacher als die spätere Vertreibung der Tiere. „Nach meiner Einschätzung ist die Behörde zunächst verpflichtet, alle Vertreibungsmöglichkeiten auszuschöpfen“,  sagt Dieter Siebeneicher vom NABU Eimsbüttel. „Die Stadt sollte hier mit gutem Beispiel voran gehen und versuchen, die Tiere zunächst durch Vergrämung loszuwerden.“ Das kommt laut Bezirksamtssprecher Elmar Schleif nicht infrage: „Vergrämungsmaßnahmen sind hier nicht ausreichend, da sie mit einer zeitlichen Verzögerung einhergehen und bereits jetzt die Plätze stark beschädigt sind, der Spielbetrieb eingeschränkt ist und die Gesundheit der Spieler gefährdet ist.“ Auf die Frage, inwiefern das Kohlenmonoxid, das zum Töten der Tiere in die Gänge geleitet werden soll, Gesundheitsschäden bei Menschen auslösen könne, konnte er keine Auskunft geben und verwies an „die ausführende Fachfirma“. mf

 

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