Kahlschlag Auf dem Grundstück im Vogt-Cordes-Damm 10 wurde mehrere Bäume gefällt Foto: cs

Kahlschlag in Niendorf

Baumfällungen am Vogt-Cordes-Damm sorgen für Verwirrung

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Es ist ein trauriges Bild: Das Grundstück im Niendorfer Vogt-Cordes-Damm 10 sieht aus, als hätte es sich einem Hurrikane in den Weg gestellt. Kaum ein Baum steht dort, wo zuvor noch etwa 20 Exemplare in den Himmel ragten.

 

„Warum wurde das Areal gerodet“, fragten sich dieser Tage zahlreiche Anwohner. Die Gerüchteküche brodelte. Von der Errichtung eines Flüchtlingsheims für mehr als 1000 Männer und Frauen war die Rede. Andere glaubten, dass nun endlich das 2012 im Bebauungsplan „Niendorf 90“ festgesetzte Gewerbegebiet in Angriff genommen werde.

Beides trifft nicht zu. Zwar habe die zuständige Lenkungsgruppe für öffentlich-rechtliche Unterbringung die Fläche erneut geprüft, wie Marcel Schweitzer, Sprecher der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration auf Anfrage des Wochenblatts mitteilt. Aufgrund der Bodenbelastung und der unmittelbaren Nähe zum Flughafen komme sie für die Unterbringung von Flüchtlingen aber weiterhin nicht in Frage.

Und auch für eine gewerbliche Bebauung „liegt der Bauprüfabteilung kein Antrag vor“, bestätigt Dr. Elmar Schleif, Sprecher des Bezirksamts Eimsbüttel. Der Hintergrund für die Baumfällungen sei ein vollkommen anderer: „Die Bäume mussten bereits wegen der Nähe zum Flughafen gekürzt werden“, berichtet Schleif. Im Zuge dieser Maßnahme seien die Bäume stark beschädigt worden. Daraufhin sei eine Fällgenehmigung erteilt worden. „Die Bäume hätten sonst angefangen zu faulen und wären kaputtgegangen“, so Schleif weiter.

Kaputtgekürzt

Eine Aussage mit einer gehörigen Portion Konfliktpotential: Immer wieder mussten in den vergangenen Jahren Bäume gefällt werden, weil sie den turnusgemäßen Rückschnitt unter der Ägide des Flughafens nicht länger verkrafteten. Erst im Januar des vergangenen Jahres hatte der Airport Hamburg angekündigt, aus diesem Grund zahlreiche Bäume im Niendorfer Gehege abzuholzen. Dies hatte SPD und Grüne in Eimsbüttel auf den Plan gerufen, die ein nachhaltiges Gesamtkonzept für Baumarbeiten forderten, in das auch die örtlichen Akteure eingebunden werden sollten. Nun greift das Konzept, in dem Baumfällungen als Ausnahme festgeschrieben sind und das die Schnittarbeiten im Niendorfer Gehege, anders als zuvor, in die Hände der Revierförsterei legt. Wir berichten über die ersten Maßnahmen in der kommenden Woche. cs

 

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