Neue Flüchtlingsunterkunft

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Eine Bauherrin aus Stellingen hat ihr neues Mehrfamilienhaus im Lohkoppelweg für zehn Jahre der Stadt Hamburg als Unterkunft für Flüchtlinge und Wohnungslose übergeben.

 

Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen. Anwohner werfen der Bauherrin Spekulation vor. In dem Haus im Lohkoppelweg 12a, das im November vergangenen Jahres fertiggestellt wurde, ist in zehn Wohnungen Platz für 20 Erwachsene und 18 Kinder. „Es handelt sich  um Familien, die aktuell in anderen Wohnunterkünften leben“, so Christiane Schröder vom Träger der Unterkunft fördern und wohnen (f&w).

Spekulations-Vorwurf

Von Anwohnern wurde der Vorwurf laut, dass es sich bei dem Neubau um ein Spekulationsobjekt handeln würde, das mit einer Kaltmiete von angeblich 17 Euro pro Quadratmeter stark überteuert sei. Peter Beecken, der Ehemann der Stellinger Bauherrin, weist das entschieden zurück: „Nach dem Krieg war ich mit meinen Eltern selbst in Notunterkünften untergebracht. Als meine Frau und ich von den schlechten Unterkünften für Flüchtlinge gelesen haben, haben wir das Haus der Stadt angeboten. Es ist unerträglich, wie abfällig viele Leute über Flüchtlinge reden“, sagt der 78jährige. „Wir haben das Haus nicht zum Spekulieren gebaut, sondern wollen es als Grundeigentum behalten. Wir haben viel Geld ausgegeben, von den Mikrowellen bis zu den Waschmaschinen ist alles vom Allerfeinsten.“

Und Marcel Schweitzer von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (Basfi) stellt klar: „Die Kostensatzvereinbarung 2014 mit f&w sieht einen Basiskostensatz von 11,26 Euro pro Person und Tag in angemieteten Gebäuden vor. Die Kosten am Standort Lohkoppelweg liegen deutlich innerhalb des Kostensatzes und sind vergleichsweise niedriger als an anderen neu angemieteten Standorten.“

Neben Mitarbeitern von f&w werden Ehrenamtliche die Flüchtlinge unterstützen, die sich auch um die Bewohner der nahe gelegenen Unterkünfte im Grandweg und An der Lohbek kümmern. Das Containerdorf Lokstedter Höhe soll  voraussichtlich Ende des Jahres abgebaut werden. Weitere Angebote von Eigentümern zur Unterbringung von Flüchtlingen hat es in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen laut Marcel Schweitzer nicht gegeben. Zuletzt hatte Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass zur privaten Aufnahme aufgerufen.

Peter Beecken übernimmt die Verwaltung seines Hauses im Lohkoppelweg und freut sich auf die neuen Bewohner: „Meine Frau wird mit einem Blumenstrauß hingehen.“ mf

 

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