Wer wars? Ronald Weiß ist empört, ein Unbekannter hat die verglaste Trennwand zu seiner Terrasse zerschossen Foto: cs

Schüsse in der Nachbarschaft

Kurt-Ledien-Weg: Unbekannter zielt mit Luftgewehr auf Fensterscheiben

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Ein wenig mulmig wird Ronald Weiß schon, wenn er aus dem Fenster seiner Doppelhaushälfte am Kurt-Ledien-Weg in Niendorf  schaut.

 

Er lässt den Blick über die überdachte Terrasse schweifen. Rechts die urige Sitzecke aus Massivholz, geradeaus ein 1,80 Meter hoher Gitterzaun, dahinter dunkler Wald. In der verglasten Trennwand zu seiner Linken befinden sich mehrere Einschusslöcher. Weiß seufzt: „Über die Kosten streite ich  mich gerade mit meiner Versicherung.“

Im Oktober des vergangenen Jahres wurde das erste Mal im Kurt-Ledien-Weg geschossen. Damals musste das Gartenhäuschen des unmittelbaren Nachbarn dran glauben. Die Frontscheiben des Schuppens, von den Kugeln durchsiebt. „Nebenan wohnen zwei kleine Kinder, ich finde, da hört der Spaß nun wirklich auf.“ Weiß schüttelt den Kopf. Vier Vorfälle habe es seither gegeben, der jüngste am Nachmittag des 31. Januar 2014. „Ich hatte es mir auf der Terrasse gemütlich gemacht, als mir plötzlich auffiel, dass die Scheibe auf der gegenüberliegenden Seite komplett zerschossen war.“ Weiß rief die Polizei. Die Beamten stellten insgesamt 16 Schrotkugeln sicher und nahmen eine Anzeige auf.

„Wir nehmen die Sache sehr ernst“, sagt Hauptkommissar Manfred Kröger vom zuständigen Polizeikommissariat 24 im Gespräch mit dem Niendorfer Wochenblatt. Auch wenn der Täter es offensichtlich nicht auf Menschen abgesehen habe, hätte er doch mit dem von ihm benutzten Luftgewehr ernsthaften Schaden anrichten können. „Es kommt auf die Entfernung an, aus der geschossen wird. Aus unmittelbarer Nähe können zum Beispiel die Augen oder Gefäße schwer verletzt werden“, so Kröger.

Der Beweis Auch das Gartenhäuschen von Ronalds Weißs Nachbar weißt zahlreiche Einschusslöcher auf Foto: cs

Ein Tatverdächtiger konnte allerdings bis heute nicht gefunden werden. „Der Schütze hat keine verwertbaren Spuren hinterlassen und die verwendete Munition gibt es in jedem gängigen Fachgeschäft zu kaufen“, bedauert Kröger. Seine Kollegen und er wollen den Kurt-Ledien-Weg auch weiter im Auge behalten. Den betroffenen Anwohnern kann dies jedoch ihre Angst nicht nehmen. „An einen Dumme-Jungen-Streich glauben wir schon lange nicht mehr“, sagt Weiß. Wer ohne Rücksicht auf Verluste mit einem Luftgewehr in der Gegend rumschieße sei zumindest nicht ganz zurechnungsfähig. So wird ihm nichts anderes übrig bleiben als auch an den kommenden Abenden wieder die Rollläden seines Wohnzimmerfensters herunterzufahren. Sicher ist sicher. cs

 

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