Grün ist allen wichtiger

Bezirk informiert über eine mögliche Nachverdichtung in Niendorf

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Ist der grüne, dörflich geprägte Charakter Niendorfs in Gefahr? Es war offensichtlich diese Befürchtung, die mehr als 120 besorgte Bürger am vergangenen Montagabend zu einer Infoveranstaltung des Bezirksamts in die Stadtteilschule Niendorf trieb.

 

Das Thema: Eine mögliche Nachverdichtung östlich der Paul-Sorge-Straße. Genauer: die Idee der Zweitbebauung auf zahlreichen Grundstücken im Quartier südöstlich der U-Bahn Haltestelle Joachim Mählstraße, genauer zwischen Paul-Sorge-Straße, Johannkamp, König-Heinrich-Weg und Kranichhorst. 

„Niendorf ist als Stadtteil sehr beliebt“, sagte Kay Gätgens vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, der als Moderator durch den Abend führte. Es gebe immer wieder zahlreiche Anfragen für den Bau eines zweiten Hauses auf bereits bestehenden Grundstücken. Diese müssten jedoch allesamt abgelehnt werden, weil das Planungsrecht es nicht zulasse. „In der Regel sieht der jeweils geltende Bebauungsplan ein Baufenster entlang der Straße vor, während der innere Teil, also die Gärten, nicht bebaut werden dürfen“, erläuterte Gätgens.

Volles Haus Wie Birgit Köhnke (vorn, von links) und Silke Blindow waren zahlreiche Niendorfer in die Stadtteilschule Niendorf gekommen, um sich gegen eine Nachverdichtung auszusprechen Foto: cs

Dieses Planrecht ließe sich ändern. Ziel des SPD-geführten Senats ist es bekanntermaßen, neuen Wohnraum in Hamburg zu schaffen. Er hatte daher das Eimsbüttler Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung beauftragt, gemeinsam mit der Kommunalpolitik sogenannte Potentialflächen mit genügend großen Grundstücken auszuweisen, die von einem geänderten Planungsrecht profitieren könnten. Eines dieser Areale ist das Gebiet östlich der Paul- Sorge-Straße, das am Montagabend zur Diskussion stand.                     

 

Anwohner sagen eindeutig Nein zur Nachverdichtung

 

„Der Einfamilienhauscharakter sollte in Niendorf unbedingt erhalten werden“, betonte auch Hanna Braasch aus dem König-Heinrich-Weg, die sich als eine der wenigen öffentlich für die Änderung des Planrechts aussprach. „Lieber jetzt kontrolliert mit Einfamilienhäusern nachverdichten und unseren Kindern und Enkeln die Möglichkeit bieten, ein schönes Haus auf einem schönen Grundstück zu bauen, als in ein paar Jahren vielleicht gar keinen Einfluss mehr darauf zu haben, was und wie gebaut wird“, betonte sie.

Die Ergebnisse der Veranstaltung sollen zeitnah im Stadtplanungsausschuss ausgewertet und mit den Fraktionen diskutiert werden. Gätgens: „So ein eindeutig, wie das Urteil heute allerdings ausgefallen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die Politik darüber hinwegsetzen wird.“ cs

 

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