Interessiert nahm Arbeitsministerin Andrea Nahles lden Lokstedter Betrieb NXP in Augenschein Foto: NXP

Teilzeit muss flexibler werden

Andrea Nahles im Interview mit dem Niendorfer Wochenblatt

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Als Arbeitsministerin und Mutter einer kleinen Tochter ist ihr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein großes Anliegen. Mit Redakteurin Christina Sluga sprach Andrea Nahles (SPD)bei deren Besuch in Lokstedt in der vergangenen Woche.

 

Niendorfer Wochenblatt: Frau Nahles, wie kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserer modernen Arbeitswelt funktionieren?

Andrea Nahles: Indem wir die Möglichkeiten, Teilzeit zu arbeiten, flexibler und individueller machen. Ganz viele Eltern wollen und brauchen mehr als die Alternative 20 Stunden oder 40 Stunden pro Woche – gerade wenn die Kinder klein sind. Wir müssen auch etwas dazwischen anbieten. Und gleichzeitig müssen wir ihnen Karrierechancen eröffnen. Und wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, dann wollen die meisten wieder in Richtung Vollzeit gehen, ohne dass sich der Arbeitgeber quer stellt. Das Rückkehrrecht auf Vollzeit haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart, das gehen wir in diesem Jahr an.

 

NW: Was können bzw. was müssen Unternehmen vor diesem Hintergrund ändern? Was läuft vielleicht schon vorbildlich, z.B. bei NXP?

Nahles: Sie sollten Verständnis für die Lebensumstände ihrer Mitarbeiter haben. Langfristig zahlt sich das aus, denn zufriedene Mitarbeiter sind auch besonders unternehmenstreue Mitarbeiter. Bei NXP fand ich interessant, dass dort nicht nur selbstverständlich Teilzeitarbeitsmodelle ermöglicht werden, sondern auch ein Gleitzeitmodell für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgt – außerdem besteht die Möglichkeit, Homeoffice zu machen.

NW: Sie sind selbst Mutter einer kleinen Tochter und haben einen Beruf, der Sie sicherlich voll und ganz fordert. Wie schaffen Sie es, beides unter einen Hut zu bringen?

Nahles: Ganz ehrlich: nur, weil mein Mann wegen unserer Tochter auf Teilzeit gegangen ist. Das haben wir zusammen als Partner so entschieden, und es läuft prima. Was aber auch hilft: In den sitzungsfreien Wochen kann ich auch mal vom Bonner Dienstsitz meines Ministeriums aus arbeiten. Da kann ich dann auch mal unsere Tochter von der Kita abholen, das genieße ich sehr.

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