Gastgeber Dr. Roland Heintze (vorne) begrüßte Carsten Ovens (CDU), Dr. Monika Schaal (SPD), Zaklin Nastic, (Die Linke), Anna Gallina (B90/Die Grünen) und Rainer Funke (FDP, v. li.) Foto: löv

Knackpunkt Verkehrspolitik

Das Kandidaten-Hearing des Bürgervereins war nur mäßig besucht – dabei gab es viel Diskussionsstoff

Archiv| Views: 72

 

Erneut war das Kandidaten-Hearing des Bürgervereins Hoheluft-Großlokstedt nur mäßig besucht. Dabei bietet die Veranstaltung interessierten Wählern die Gelegenheit, den Wahlkreis-Spitzenkandidaten der aktuell in der Bürgerschaft vertretenen Parteien SPD, CDU, Grüne, FDP und Die Linke auf den Zahn zu fühlen.

 

Besonders Unentschlossene hätten das Forum nutzen können, um die Positionen der Kandidaten zu aktuellen Themen wie Zuwanderung, Verkehr oder Hochschulpolitik abzuklopfen, offene Fragen zu klären oder auch kritische Anmerkungen fallen zu lassen. Umso unverständlicher, dass die Teilnehmerzahl mit rund 40 Personen, von denen viele dem Umfeld der einzelnen Parteien zuzuordnen waren, recht überschaubar ausfiel.

Dabei bot das Kandidatenhearing alle Zutaten für einen konstruktiven Schlagabtausch. Unter der souveränen und fachkundigen Moderation von Bürgervereins-Vorsitzendem Dr. Roland Heintze wurden viele Gemeinsamkeiten bei übergeordneten Themen, aber auch deutliche Unterschiede in Detailfragen offenbar. So herrschte einhelliger Konsens darüber, dass Hamburg als wachsende Stadt ein zukunftsfähiges  Verkehrskonzept braucht. Erwartungsgemäß handelte sich die SPD Kritik für ihr Busbeschleunigungsprogramm ein. Nicht nur ein Großteil der Bevölkerung lehnt das 259 Millionen Euro teure Projekt ab, auch der mögliche grüne Koalitionspartner würde das Programm nicht fortsetzen wollen. Anna Gallina entwarf ein Modell von Hamburg als Radmetropole mit Ausweitung der Stadtradstationen auch in Niendorf. Der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Rainer Funke, von Heintze als „Veteran der FDP in Hamburg“ vorgestellt, monierte in Sachen Busbeschleunigung eine mangelnde Kosten-Nutzen-Analyse und sprach sich für eine Gleichberechtigung der Verkehrsmittel aus. Auch Carsten Ovens (CDU) plädierte für einen „modernen und bedarfsgerechten Mix“, zu dem je nach Sinnhaftigkeit der Ausbau des U-Bahnnetzes oder der Bau einer Stadtbahn gehören könne. Auch die Grünen und Die Linke befürworten die Stadtbahn, während sich die SPD von dieser Idee verabschiedet hat und Dr. Monika Schaal zufolge an ihren Überlegungen für eine „leistungsfähigere“ U5 festhält. Zaklin Nastic (Die Linke) bezweifelte die Finanzierbarkeit eines solchen Vorhabens und kritisierte die Fahrpreise im ÖPNV, die bundesweit am höchsten seien.

In der anschließenden Fragerunde ging es um den Erhalt von Grünflächen, die Entwicklung der Hochschulen, die Überschwemmungsgebiete an Kollau und Tarpenbek sowie die Schaffung von Sozialwohnungen, wobei es zu einer Diskussion um die von der SPD vorgelegten Zahlen kam.

In Sachen Zuwanderung gab es Übereinstimmung darin, den Dialog mit den Flüchtlingen zu suchen, für eine möglichst faire Verteilung über das gesamte Stadtgebiet zu sorgen und das Engagement ehrenamtlicher Helfer zu unterstützen. „Anstatt über die Flüchtlinge zu reden, sollte man mit ihnen reden!“ wünschte sich Nastic. löv

 

Comments are closed.