Auch nach der Veranstaltung gaben die Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinde bereitwillig Auskunft über ihren Glauben, ihre Philosophie und Historie Fotos: löv

Uns vereint die Liebe zu Gott

Die Ahmadiyya Gemeinde lud in Schnelsen zu Austausch und Begegnung ein

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Mit dem Terror extremistischer Muslime und Organisationen wie Al-Qaida oder IS hat die Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) nicht ansatzweise etwas zu tun. Die islamische Reformgemeinde, die in Hamburg seit 2014 als Körperschaft des öffentlichen Rechts der Sondergemeinschaft der christlichen Kirchen gleichgestellt ist, gilt als friedlich und progressiv.

 

Dennoch war es den Gemeindemitgliedern ein Bedürfnis, sich öffentlich von den im Namen des Islam agierenden Terrorgruppen zu distanzieren. Und so luden sie Nachbarn und Mitbürger zu einem Infoabend ein, um ihnen ihre Philosophie eines friedlichen Kalifats nahezubringen. Die Anschläge von Paris verliehen der schon zu Jahresbeginn angekündigten Veranstaltung eine neue Brisanz. Entsprechend groß war der Zulauf an Besuchern, die Interesse an dieser Form des interreligiösen Dialogs hatten.

Pressesprecher Fazal Ahmad Fotos: löv

Die AMJ wird seit mehr als 120 Jahren von einem rein spirituellen Kalifat geleitet. Religiöses Oberhaupt ist aktuell der in London lebende 5. Kalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmad. Pressesprecher Fazal Ahmad erklärte, dass ein Kalif im Wortsinne Stellvertreter des Propheten bedeute. Ihm bzw. dem Propheten obliege die Verkündung, d.h. die Übermittlung der Botschaft Allahs. Er sei Ermahner, aber kein Richter und habe kein Interesse an weltlicher Macht. Dies alles stehe im Widerspruch zum „Kalifat“ der Terrormiliz IS, das theologisch nicht zu legitimieren sei.

Aufgrund ihrer zeitgemäßen Interpretation des Islam wird die AMJ, die die Trennung von Staat und Religion befürwortet, in fast allen islamischen Ländern verfolgt. Entsprechend klare Worte fand Ahmad im Hinblick auf die jüngsten Anschläge. „Die Gräuel solch frevelhafter Angreifer zielen auf die Schwächung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, säen Hass und Zwietracht und diffamieren die überwältigende Mehrheit der friedlichen und integrierten Gläubigen“. Diesen Tendenzen und der allgemeinen Angst vor dem Islam könne einzig durch eine Stärkung der Einheit aller demokratisch gesinnten Kräfte über die Konfessionsgrenzen hinweg begegnet werden.

Die Ahmadiyya Gemeinde hat mit ihrer Veranstaltung einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Auch wenn sich in der offen geführten Fragerunde mit Imam Laeeq Munir zeigte, dass Christen und Muslime nicht in allen theologischen Fragen und Auslegungen Übereinstimmung finden, wurde klar, dass es darum auch gar nicht ging. Vielmehr äußerten Besucher wie Peter Feller ihre Anerkennung darüber, dass die AMJ ihre Türen geöffnet habe und in den Dialog getreten sei. Noch eine ganze Weile setzten viele Teilnehmer beim gemeinsamen Essen die Diskussionen in kleinen Gruppen fort. „Was uns vereint, ist die Liebe zu Gott. Sie sollte unser gemeinsamer Nenner sein. Über sie sollten wir einen Schulterschluss suchen und als gläubige Menschen im lokalen Umfeld einen friedlichen Umgang pflegen“, brachte es Daud Ata, Mitglied der AMJ-Jugendorganisation, auf den Punkt. löv

 

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