In der Julius-Leber-Schule moderierten Tobias Heisig, Nilan Rupasinghe und Vincent Meyer (2. Reihe, v. li.) die Fragerunde mit Barnabas Crocker (FDP), Carsten Ovens (CDU), Zaklin Nastic (Die Linke), Dr. Monika Schaal (SPD), Wolfram Heinrich (AfD) und Anna Gallina (2. Reihe, Mi.) Foto: löv

Klare Unterschiede

Bürgerschaftskandidaten stellten sich Fragen von Oberstufenschülern

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Bei der Bürgerschaftswahl am 15. Februar dürfen rund 3500 Eimsbütteler Jugendliche ab 16 Jahren erstmals mit über die Zusammensetzung des Parlaments entscheiden.

 

Obwohl die meisten ein grundsätzliches Interesse an Politik signalisieren, war die Beteiligung der Jungwähler bei den Bezirkswahlen im vergangenen Mai ziemlich enttäuschend. Nur 28 Prozent der unter 18-jährigen gaben ihre Stimmen ab, während die Wahlbeteiligung insgesamt bei 41 Prozent lag.

Um die Erstwähler stärker zu mobilisieren, finden derzeit zahlreiche Diskussionsrunden an Hamburger Schulen statt. An der Julius-Leber-Schule stellten sich in der vergangenen Woche die Bürgerschaftskandidaten Dr. Monika Schaal (SPD), Carsten Ovens (CDU), Anna Gallina (Bündnis 90/Die Grünen), Zaklin Nastic (Die Linke), Barnabas Crocker (FDP) und Wolfram Heinrich (Afd) den Fragen hunderter Oberstufenschüler.

Zunächst kam es wegen der Anschläge in Paris zu einer Abweichung der Tagesordnung. Die Moderatoren Vincent Meyer, Tobias Heisig und Nilan Rupasinghe baten die Politiker um eine Einschätzung der Ereignisse. Gewalt als Ausdruck bestimmter Überzeugungen – so die einhellige Meinung – könne durch nichts gerechtfertigt werden. Das Attentat auf die Redaktion der Satire-Zeitung sei ein Anschlag auf die Freiheit Europas. Dennoch dürfe dieser „Akt der Barbarbei“ nicht dazu führen, von der Pegida-Bewegung oder der AfD für ihre Argumente missbraucht zu werden, mahnte Ovens.

Ziele und Programme

In der anschließenden Diskussion um die Hochschul- und Bildungspolitik stellten die sechs Gastredner ihre jeweiligen Ziele und Programme vor. Während die SPD auf ihre „verlässliche Finanzierungsgrundlage“ verwies und ihr Sanierungsprogramm fortsetzen, die Lehre verbessern und neue Wege in den Bereichen Digitalisierung und Internationalisierung beschreiten will, versprachen Carsten Ovens, Anna Gallina und Zaklin Nastic, dass ihre Parteien die sogenannten „Bafög-Millionen“, die Hamburg einspart, weil der Bund die Studierenden-Unterstützung von 2015 an allein trägt, den unterfinanzierten Hochschulen zugute kommen lassen wollen. Als Vertreter der FDP plädierte Barnabas Crocker für mehr Demokratie und größere Entscheidungsrechte an den Hochschulen. AfD-Politiker Wolfram Heinrich kritisierte die Überfüllung von Seminaren und Vorlesungen. Ihm schwebt eine stärkere Ansiedlung von Forschungsinstituten in Hamburg vor.

Beim Thema Olympia-Bewerbung wurden in Schnelsen die Unterschiede besonders deutlich. CDU, SPD und FDP sehen in der möglichen Ausrichtung der Spiele auf Basis eines nachhaltigen und finanziell  soliden Konzepts eine große Chance für die Entwicklung der Stadt. Auch die Grünen finden die Idee reizvoll, fordern aber angesichts der verfassungsrechtlich bindenden Schuldenbremse eine genaue Prüfung der Finanzierbarkeit und finden, dass die Hamburger selbst entscheiden sollen. Während die AfD noch keine einheitliche Meinung gebildet hat, ist für die Linke ganz klar: (N)Olympia in Hamburg! löv

 

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