Zu nah an der Baugrube stand der junge Mammutbaum, der vergangene Woche gefällt wurde Foto: moe

Riese musste weichen

Mammutbaum behinderte Bauvorhaben

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Er war ein Riesenexemplar von stattlicher Größe. Doch nun wurde der Mammutbaum am König-Heinrich-Weg gefällt.

 

Eine Infotafel und die bereits ausgehobene Baugrube künden von dem Neubauvorhaben in Niendorf . Dort, wo ein früheres Blumenhaus abgerissen wurde, entsteht bis Herbst 2015 ein Mehrfamilienhaus. Direkt neben der Baufläche ragte ein stolzer Mammutbaum in die Höhe, der nun mit Erlaubnis des Bezirksamts Eimsbüttel gefällt wurde. „Wir wissen um die ortsbildprägende Gestalt des Baumes. Leider hatten wir aber keine Wahl, da der Mammutbaum auf Privatgrund viel zu dicht an der laut B-Plan überbaubaren Fläche liegt“, so Pressesprecherin Aileen Röpcke.

Ersatz muss sein

Tatsächlich war der Hüne gar nicht so alt, wie es seine Größe vermuten ließ. Denn – die übrigens nicht heimischen – Mammutbäume wachsen schnell und hierbei handelte es sich um ein noch verhältnismäßig junges Exemplar. „Er hätte die geplanten Balkone erreicht und im Wurzelraum so stark zurückgenommen werden müssen, dass die Standsicherheit nicht mehr gegeben wäre. Ersatzpflanzungen sind jedoch gefordert“, so Röpcke weiter. 

Immer wieder gibt es Proteste wegen Baumfällungen zugunsten geplanter Neubauten. Grundsätzlich stehen Bäume und Hecken in Hamburg auch unter besonderem Schutz und dürfen ohne schriftliche Ausnahmegenehmigung nicht entfernt oder beschädigt werden.

Davon sind laut Baumschutzverordnung ausgenommen: Einzelbäume mit einem Stammdurchmesser unter 25 Zentmeter und unter 1,30 Meter Höhe, Obstbäume und der Jahresschnitt bei Hecken. Eine Genehmigung zum Fällen kann erteilt werden, wenn der Baum stark geschädigt, absterbend oder tot ist, wenn er in unzumutbarer Weise die Wohnnutzung beeinträchtigt oder wie im Fall am König-Heinrich-Weg ein zulässiges Bauvorhaben behindert und nicht von besonderer Bedeutung ist.

Wer nun mit einer dieser Begründungen einen Baum entfernen möchte, muss einen schriftlichen Antrag mit nötiger Erklärung und Lageskizze, eventuell Gehölzbestandsplan und Foto des Baums beim Fachamt Bauprüfungen/Baumschutz im Bezirksamt Eimsbüttel einreichen, wo jeder Einzelfall geprüft wird. Die Gebühren dafür betragen zwischen 25 und 2000 Euro.   moe

 

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