Machte ihrem Unmut im Regionalausschuss Luft: Vertreter der Bürgerinitiative rund um Jan Kingsely (3.v.re.) und Martin Kurpicz (re.) Foto: löv

Protest trotz Bürgerbeteiligung

Initiative will keinen Bolzplatz auf der Wiese

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Für die einen ist es eine grüne Oase, für die anderen eine Grünfläche, die im 2003 beschlossenen Bebauungsplan Lokstedt 50 als Spiel- und Bolzplatz ausgewiesen wurde und nun endlich in einen solchen umgewandelt werden soll.

 

Diese beiden unterschiedlichen Zielrichtungen haben in Lokstedt zu einem Konflikt geführt. Die vor acht Wochen gegründete Bürgerinitiative „Erhalt der Max-Tau-Wiesen“ will den Grünstreifen im Ist- Zustand als naturnahen Erlebnis- und Erfahrungsraum für Kinder und als Erholungsfläche für alle Generationen in einem dicht besiedelten Wohngebiet belassen.

Die Bezirksverwaltung verfolgt jedoch andere Pläne. Als Folge der Nachverdichtung, die innerhalb von zwölf Jahren zu einer Verdopplung der Bevölkerung im Gebiet rund um die Emil-Andresen-Straße geführt hat, soll die Grünfläche laut Bebauungsplan qualitativ aufgewertet und so angelegt werden, dass sie ohne großen Pflegeaufwand „auf Dauer erhaltbar“ ist. Nachdem in einem ersten Bauabschnitt ein Kinderspielplatz in der Stresemannallee entstanden ist, soll im 2. Abschnitt ein Bolzplatz realisiert werden, der den Bedürfnissen von älteren Kindern und Jugendlichen gerecht wird. An der Planung dieses Platzes wurden die Bewohner im Rahmen eines Workshops beteiligt. Bei einer zweiten Veranstaltung im  Oktober wurden drei Planungsvarianten vorgestellt. Die Mehrheit der Beteiligten sprach sich für die „kleinste Lösung“ aus. Auf 25 Prozent der 2400 qm Fläche, die maximal überplant werden kann, soll ein Bolzplatz mit Unterstand, Tischtennisplatte und Slackline gebaut werden. Die zu überarbeitende Fläche entspricht lediglich einem Anteil von acht Prozent des rund 6680 qm großen Gesamtareals. Trotzdem stieß der Entwurf bei seiner Vorstellung im Regionalausschuss auf die geballte Kritik von etwa zwei Dutzend Anwohnern, die ihre Interessen nicht berücksichtigt sehen. „Bürgerbeteiligung sieht für mich anders aus“, kritisierte BI-Sprecher Jan Kingsley. „Eine Befragung der Anwohner sollte nicht mit einer bereits festen Zielsetzung erfolgen!“ Die einzige Entscheidungsfreiheit habe letztlich in der Größe des Bolzplatzes gelegen. Sein Mitstreiter Martin Kurpicz lässt keinen Zweifel daran, dass sich die Mehrheit der Anwohner für eine andere Lösung als „Gummiböden und Fußballkäfig“ entschieden hätte: Die behutsame Aufwertung der Gesamtfläche und der vorhandenen Obstbäume in Verbindung mit Sitzmöglichkeiten und Spielgeräten. Bevor die Planung fortgesetzt wird, sollen noch einmal Gespräche zwischen Bezirk und Bürgern stattfinden. Zudem soll die Verwaltung prüfen, ob der aktuell kaum genutzte Hockeyplatz des TV Lokstedt in rund 200 Metern Entfernung alternativ als Bolzplatz hergerichtet werden kann. löv

 

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