Hier werden die Wilden aufgepäppelt

Neue Wildtierstation des Franziskus-Tierheims in Lokstedt hat schon jetzt enormen Zulauf

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Im Winter wird es ruhiger in der neuen Wildtierstation des Franziskus-Tierheims: Zwei junge Waschbären und eine Möwe sind momentan zu Gast. Seit der Eröffnung im März 2014 wurden bereits mehr als 400 Tiere aufgenommen.

 

„Vom Spatz über Füchse bis zu Rehkitzen können wir hier alles aufnehmen“, berichtet Timo Leuchtenberger (31), Leiter der Wildtierstation. Der Zulauf ist groß, denn es gibt in Deutschland nur wenige Stationen dieser Art. Deshalb sollen die derzeit acht Volieren noch um eine neunte erweitert werden. Auch Platz für Greifvögel ist geplant.

Zu 80 bis 90 Prozent sei die Einlieferung der Wildtiere jedoch direkt oder indirekt von Menschen verschuldet, berichtet der gelernte Tierpfleger: „Ein Bau von Fuchswelpen wurde bei Bauarbeiten zerstört, Kinder buddelten einen Kaninchenbau auf, ein Mäusebussard hat sich  in einem Stacheldrahtzaun verfangen, Amseln fallen beim Heckenschneiden aus dem Nest oder Rehe werden angefahren.“ Auch unangeleinte Hunde seien ein großes Problem.

Leuchtenberger ist rund um die Uhr für seine Schützlinge da, oft wird er nachts aus dem Bett geklingelt oder muss alle zwei bis vier Stunden Tierbabies füttern. Doch die Kapazitäten des Tierliebhabers  sind begrenzt, seine Stelle ist rein aus Spenden finanziert. Er rät deshalb dringend, erst einmal auf der Hotline anzurufen: „Es ist beispielsweise normal, das kleine Feldhasen allein auf ihre Mutter warten. Sie brauchen keine Hilfe.“

Die angefahrene Möwe, die mit Fisch aufgepäppelt wurde, soll nun ausgewildert werden. Die beiden neugierigen Waschbären müssen hingegen auf einen Platz in einem Tierpark warten: „Als Einwanderer aus Nordamerika dürfen sie nicht ausgewildert werden“, erzählt Leuchtenberger.  mf

 

Wildtierstation des Franziskus-Tierheims, Lokstedt, Lokstedter Grenzstraße 7, Wildtier-Telefon 01575 – 2585624, Infos unter www.franziskus- tierheim.de. 

 

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