Siemersplatz Richtung Niendorf Die Busspur sorgt für Platz. Zeitgewinn: Nicht messbarFoto: ar

Auf der Überholspur

Busbeschleunigung der Linie 5 abgeschlossen - ist sie auch geglückt?

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Die Busbeschleunigungsmaßnahmen zwischen Niendorf und dem Hauptbahnhof sind offiziell abgeschlossen. Sechs Minuten schneller sollen die Busse der Linie 5 nun zwischen den Stationen rollen. Gekostet haben die umfangreichen Umbaumaßnahmen 27 Millionen Euro.

 

Und die Nerven vieler Geschäftsleute am Siemersplatz, die aufgrund der fünfmonatigen Baumaßnahmen von Juni bis Oktober 2013 Umsatzeinbußen hinnehmen mussten (das Wochenblatt berichtete). Auf der zehn Kilometer langen Strecke wurden 19 Haltestellen umgebaut. 40 Ampeln wurden mit einer Busvorrangschaltung umgerüstet, die Bussen Vorfahrt vor den Autos gewährt. So soll die Fahrtzeit sich von 39 Minuten auf 33 Minuten reduzieren. Der Fünf-Minuten-Takt der Busse zwischen Hauptbahnhof und Nedderfeld und der Einsatz von größeren Fahrzeugen auf Hamburgs meist befahrener Strecke sollen außerdem den Fahrkomfort verbessern. An der Verhältnismäßigkeit von Kosten und Nutzen gibt es von Opposition und Hamburger Bürger-Initiativen jedoch auch Kritik: „Wer heute am Tibarg in die U-Bahn zum Hauptbahnhof steigt, ist in 20 Minuten am Ziel. Mit dem „beschleunigten Bus“ braucht es immer noch 32 Minuten. „Fahre ich beispielsweise vom Brunsberg mit dem M5 zum Tibarg spare ich durch die Umbaumaßnahmen weniger als zwei bis drei Minuten Fahrtzeit ein. Das steht in keinem Verhältnis zu den voraussichtlichen Kosten in Millionenhöhe“, kritisiert Carsten Ovens, CDU-Fraktion Eimsbüttel. „Wir brauchen mehr Kapazität auf der Strecke, das ist mit Bussen nicht zu schaffen.“

 

 

Der 5er in der Beschleunigung

Eine höhere Bus-Taktung und mehr XXL-Busse hätten es auch getan, so das Ergebnis einer Blitz-Umfrage des Wochenblattes in der Linie 5. Auch sei es sinnvoll, mehr Fahrkartenautomaten aufzustellen, um den abfahrtverzögernden Kartenkauf beim Fahrer zu reduzieren. Eine Aufstockung der Fahrkartenautomaten ist angedacht: Insgesamt 28 Stück sollen zukünftig entlang der Strecke stehen.

„Auf Ihrer Linie 5 hat sich was getan! Mehr Platz, dichterer Takt, kürzere Fahrzeit“ verkünden Aufkleber in den Bussen. Die Fahrzeit ist zuletzt aufgeführt. Auf der offiziellen Webseite zum Busbeschleunigungsprogramm des Hamburger Senates auf www.via-bus.de wird mittlerweile etwas neutraler von „Busoptimierung“ gesprochen. Trotz aller Kritik gelten die Maßnahmen in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) als alternativlos: „Es gibt derzeit keine finanziell machbare und zeitlich realistische Alternative zur Busbeschleunigung.“ Das Wochenblatt hat die optimierte Linie 5 selbst getestet. Das Ergebnis lesen sie hier.            mf

 

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