Nettes Trio mit ernstem Thema (von links): Wera Lange, Barbara Grünberg und Ingrid Krause Fotos: Monika Rulfs (Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein)

Sucht betrifft auch Ältere

Informative Veranstaltung des Seniorenwerks stieß auf viel Interesse

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Einen ganzen Vormittag lang ging es im Niendorfer Haus der Kirche um das Thema „Sucht im Alter“. Eingeladen hatte das Seniorenwerk des evangelischen Kirchenkreises.

 

Wera Lange vom Seniorenwerk war zuvor immer wieder auf das Thema angesprochen worden, denn Suchtprobleme bei Älteren werden häufig nicht ernst genommen, nach dem Motto „Lohnt es sich überhaupt, da was zu machen?“ Und so waren gut zwei Dutzend Interessierte ins Haus der Kirche gekommen.

Die Referentin Barbara Grünberg vom Lukas Suchthilfezentrum Hamburg-West machte klar, dass suchthaftes Verhalten – auch Glücksspiel – eine Reaktion auf Schwierigkeiten nach dem Ende der Berufstätigkeit sein kann oder auf körperliche Schmerzen, auf Mangel an Wertschätzung und Anerkennung oder auf den Verlust wichtiger Bezugspersonen.

Aus eigener Erfahrung als Suchtbetroffene berichtete die 82-jährige Ingrid Krause. „Es ist keine Schande, alkoholkrank zu sein, aber es ist eine Schande, nichts dagegen zu tun“, sagte sie. Bei ihr sei es um Leben und Tod gegangen. Sucht entstehe aus Einsamkeit und sie mache einsam.

Um von Alkohol oder Medikamenten los zu kommen, brauche es Beziehungen zu anderen Menschen – Kontakte, Freunde. Wera Lange vom Seniorenwerk ergänzte: „Die Vorstellung, dass bei älteren Menschen jede Hilfe zu spät kommt, ist heute überholt.“

Auf Details verschiedener Suchtformen und auf mögliche Behandlungen und Therapien verwies Barbara Grünberg. Das Lukas Suchthilfezentrum unterstützt Betroffene und Angehörige mit vielfältigen Angeboten. bk

 

Info: Lukas Suchthilfezentrum, Tel. 97 07 70

 

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