Kein Radika(h)lschlag

Neues Konzept zu Baumschnittmaßnahmen in der Einflugschneise

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Seit Jahrzehnten werden die Bäume rund um den Hamburger Flughafen regelmäßig zurückgeschnitten und manche sogar gefällt, um die vorgeschriebene Hindernisfreiheit für Starts und Landungen auf dem Hamburger Flughafen zu gewährleisten. Jetzt liegt ein nachhaltiges Konzept vor.  

 

Bei der Flugvermessung 2012 wurde festgestellt, dass etliche  Bäume in Niendorf zu hoch wachsen und gekappt oder gefällt werden sollten. Von rund 15 000 Bäumen auf allen vier Anflugschneisen war in der anschließenden Auftragsauschreibung die Rede, darunter auch zahlreiche alte Baumriesen im und am Niendorfer Gehege.  Als die Zahlen Anfang des Jahres bekannt wurden, gab es  zahlreiche Proteste gegen den geplanten „Kahlschlag“. SPD und Grüne in Eimsbüttel forderten ein Gesamtkonzept für die Baumarbeiten, in das auch die örtlichen Akteure eingebunden werden sollten.

Acht Monate dauerten die Abstimmungsgespräche zwischen Landesluftfahrtbehörde, Hamburg Airport, der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), Bezirk Eimsbüttel und Gehegeförster Sven Wurster. Das Ergebnis stellten Axel Schmidt (Hamburg Airport) und Dr. Michael Schiwek (BWVI) jetzt dem Regionalausschuss Lokstedt vor.

Grundsätzlich sollen in Zukunft einzelne Bäume genau beurteilt werden. Im Niendorfer Gehege müssten so zukünftig rund 1000 Bäumen  begutachtet werden, erklärte Axel Schmidt. Die Schnittarbeiten werden dort, anders als die Jahre zuvor, ab Januar von der Revierförsterei selbst vorgenommen. Fällungen sollen die Ausnahme bleiben. Sämtliche Kosten trägt Hamburg Airport. Laut Wurster kümmert sich zukünftig ein eigenes Forsteinrichtungsbüro für den Einflugbereich um die Verknüpfung der Daten der Flugsicherung.

Im Vogt-Cordes-Damm ist allerdings die Fällung des vorhandenen Baumbestandes und der Aufbau einer Allee vorgesehen. An welchen Standorten noch  Ersatzbäume gepflanzt werden, beraten zurzeit Hamburg Airport und die Abteilung Stadtgrün in Eimsbüttel. Die Neupflanzungen sollen regelmäßig  rechtzeitig moderat zurückgeschnitten werden, damit sie nicht wieder bis in die Sicherheitszonen wachsen.

„Wir sind zufrieden damit, wie versucht wird, künftig mit diesem sensiblen Thema umzugehen“, betonte Marc Schemmel (SPD). cd

Gehege-Beschluss

 

Der Regionalausschuss Lokstedt verabschiedete in seinem Beschluss zum Schutz und zur Weiterentwicklung des Niendorfer Geheges noch weitere wichtige Maßnahmen. Der Antrag von SPD und Grünen beinhaltet auf sechs Seiten insgesamt 13 Punkte wie zum Beispiel die Stärkung der bezirklichen Forstverwaltung bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben, Vernetzung der waldpädagogischen Angebote, Erstellen eines Nutzungskonzepts für das Gebäude Bondenwald 108 und die Unterbringung von Akteuren im Gehege.   moe

 

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