Beim Herrichten des Containers im Niendorfer Kirchenweg: Jens Woldmann (links) und Berndt Wegner Foto: bk

Winternotprogramm für Obdachlose

Evangelische und katholische Kirche stellen wieder Wohncontainer in Niendorfer Kirchenweg und Sachsenweg auf

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Am diesjährigen Winternotprogramm für Obdachlose beteiligen sich in Niendorf die katholische und die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde.

 

Die Wohncontainer für je zwei wohnungslose Personen stehen vor den Kirchengebäuden im Niendorfer Kirchenweg und im Sachsenweg. Bei der katholischen Gemeinde bilden Berndt Wegner (74) und Jens Woldmann (62) ein bewährtes Helferteam.

„Wir helfen gern und erleben viel Dankbarkeit!“, berichteten die Beiden dem Wochenblatt, sparten aber auch nicht an kritischen Worten. Berndt Wegner: „Obdachlos werden, das passiert heute viel schneller als früher. Unsere Gesellschaft produziert Obdachlosigkeit!“

Vorigen Winter habe eine obdachlose Akademikerin in Niendorf gewohnt, berichten die Helfer und sind sich einig: „Wer immer noch glaubt, Obdachlose seien so genannte Penner mit der Flasche in der Hand, der irrt sich gewaltig.“

Wenn nur Profit zählt

Besonders enttäuscht ist Jens Woldmann von vielen Unternehmen, für die nur noch der Profit zählt, und nicht mehr der Mensch: „Menschen werden behandelt wie Sachen.“ Wer nicht spure, für den gehe der Weg ganz schnell in den sozialen Abstieg.

Wohncontainer wie in Niendorf bieten auf 20 Quadratmetern nicht viel Platz, haben aber gegenüber den Gemeinschaftsunterkünften den entscheidenden Vorteil, dass man morgens nicht raus muss. Unterstützt werden die Helfer im Niendorfer Kirchenweg durch Gemeindesekretärin Annette Budde und Diakon Erwin Drossel.

Die Gäste müssen sich verpflichten, die Hausordnung zu beachten. Gardinen und ein Radio sollen für ein ganz kleines bisschen Wohnkomfort sorgen. Und es wird bei Bedarf Hilfe angeboten, um für Perspektiven nach der Wohnzeit zu sorgen, die hamburgweit bis zum 1. April läuft.  bk 

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