Genüsslich Umweltpädagogin Cordula Wellmann von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald versuchte mit einem Messer an die sehr nahrhafte Hickorynuss zu gelangen Foto: cd

Ganz nah dran an Hickorynuss und Mammutbaum

Mit der Waldschule auf Baum-Exkursion im Niendorfer Gehege

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Die Waldpädagoginnen Cordula Wellmann und Ariane Schwarz von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hatten viel Wissenswertes rund um die Bäume des 145 Hektar großen Gehege-Areals im Gepäck.

 

Der Baumbestand des Niendorfer Geheges weise Besonderheiten auf, erklärte Cordula Wellmann nach der Begrüßung: „Die wohlhabenden Familien Mutzenbecher, Merck und Berenberg-Gossler nutzen das Gelände Anfang des 20. Jahrhunderts phasenweise als Sommerfrische. Ihre Gärtner pflanzten hier viele exotische Bäume aus Englischen Gärten ein.“

Die SWD organisiert regelmäßig Waldspiele für Kinder. Und so begann Ariane Schwarz den Rundgang mit einer spielerischen Baumsimulation. Dazu fanden sich die Teilnehmer im Kreis zu Kernholz, Splintholz, Bastschicht und Borke zusammen. Zwei menschliche Borkenkäfer versuchten dann, die äußere Schutzschicht zu durchbrechen.

Stressgeplagte Bäume

Vom Arboretum, dem einstigen Schaulerngarten für angehende Forstwirte, ging es weiter zu den alleenartig angeordneten Kastanien. Dort berichtete Umweltpädagogin Wellmann, dass auch Stadtbäume unter zu viel Stress leiden: „Luftemissionen und verdichtete Böden machen ihnen zu schaffen. Eine Herausforderung ist es, in Zukunft stressresistente Bäume zu pflanzen, die dem Klimawandel trotzen.“

Vorbei an den kreisförmig angelegten Findlingen führte der Weg zum Hickorynussbaum, einem Exot aus Amerika mit schuppenartiger Rinde und sehr nahrhaften Nüssen. Viel Gefühl war dann bei der Baumbegegnung gefragt. Eine Person musste mit verbundenen Augen den Baum, zu dem sie jemand geführt hatte, ertasten und ihn danach ohne Augenbinde wiederfinden.

Dann machte Cordula Wellmann vor einem Stamm Halt: „Das ist einer von zwei  Mammutbäumen im Niendorfer Gehege.“ Dass das erst 1952 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, nachdem Hamburg die Häuser gekauft und das Gelände aufgeforstet hatte,  erzählte sie im Schatten der Mutzenbecher Villa. Bevor es zum Picknick in die Waldschule zurückging, erfreute Wellmann die Exkursionsteilnehmer noch mit einem Indianermärchen.

Vier bis fünf Mal jährlich finden diese kostenlosen Wald-Exkursionen für Erwachsene statt. cd

 

Waldspiele für umweltbegeisterte Kinder

 

Mit dem Landesverband Hamburg der SDW erkunden jährlich im Frühjahr und Spätsommer 8000 Grundschüler Hamburgs Wälder. Pro Tag betreuen bis zu 40 Personen die verschiedenen Stationen. Ohne die ehrenamtlichen Helfer könnten diese WaldSpiele nicht stattfinden. Bei Interesse melden unter
Telefon: 530 556 0.

 

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