Die Schneckenpost lässt grüßen

Leere Briefkästen in Niendorf und Schnelsen

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Zwei, drei, vier oder sogar mehr Tage warteten viele Niendorfer und Schnelsener Bürger auf ihre Briefe und Zeitungen. Die Deutsche Post AG räumte temporäre Probleme bei der Verteilung ein. 

 

Zahlreiche Beschwerden aus Niendorf und Schnelsen erreichten in den vergangenen Wochen die Beschwerdestelle der Deutschen Post. „Wir werden es weiterleiten“, lautete stets die Antwort und dann passierte erst einmal nichts. Jens-Uwe Hogardt von der Pressestelle Nord der Deutschen Post DHL bestätigte nun die Zustellungsprobleme. Grund dafür sei der Ausfall zweier Stammzusteller gewesen. Die Ersatzfahrer konnten das zu der Zeit sehr hohe Sendungsaufkommen nicht bewältigen. „Das Problem ist nun beseitigt,“ erklärte Hogardt abschließend.

Zustellengpässe

 Die Wirklichkeit aber sieht anders aus. Immer wieder kommt es zu massiven Zustellengpässen, sobald Mitarbeiter krank werden oder frei haben. Ein Postbote in Schnelsen verabschiedete sich von Renate Kirstein in den Urlaub mit den Worten: „Ich bin gespannt, wie oft Sie jetzt ihre Zeitung bekommen.“ Tatsächlich erhielt sie die Tageszeitungen einer Woche erst gesammelt am Freitag und beschwerte sich daraufhin bei der Bundesnetzagentur, die unter anderem die Erbringung des Post-Universaldienstes sicherzustellen hat.

„Aus Schnelsen und Niendorf sind im laufenden Jahr 13 Beschwerden eingegangen. Diese Beschwerdezahl allein lässt nicht auf ein dauerhaftes Defizit in der Grundversorgung mit Postdienstleistungen in den beiden Stadtteilen schließen“, erklärte Anja Klammer von der Pressestelle der Bundesnetzagentur. Angesichts der Beschwerdelage für Hamburg insgesamt beobachte die Netzagentur die Zustellsituation aber mit besonderer Aufmerksamkeit, so Klammer weiter. Während man dort abwartet, kritisierte Thomas Ebeling vom ver.di-Landesbezirk Hamburg die organisatorischen Fehlentwicklungen innerhalb der Deutsche Post AG: „Die Zustellbezirke werden von Jahr zu Jahr größer, was sich auch auf die individuelle Belastung der einzelnen Zustellkräfte auswirkt.“ Nach  Informationen von ver.di fallen derzeit 500 Post-Mitarbeiter in Hamburg gesundheitsbedingt aus. „Zudem sind rund 20 Prozent der Beschäftigten in der Auslieferung befristet beschäftigt, was wiederum extra Aufwand für die Stammbelegschaft bedeutet,“ sagte Ebeling. Sollte die Deutsche Post in den kommenden zwei Wochen auf die Kritik nicht reagieren, werde ver.di gemeinsam mit den Betriebsräten deutlich machen, dass das Weihnachtsgeschäft nicht ganz reibungslos verlaufen könnte – Streiks sind damit nicht ausgeschlossen. cd

 

Beschwerdestelle

 

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