Rückzug nach 15 Jahren: Günter und Inga Jambor legen ihre Vorstandsposten zum Jahresende nieder Foto: löv

Droht nach 100 Jahren das Aus?

Seniorenkreis Lokstedt-Niendorf-Schnelsen findet noch immer keinen neuen Vorsitzenden

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Im August feierte der Seniorenkreis Lokstedt-Niendorf- Schnelsen sein 100-jähriges Gründungsjubiläum im Rahmen einer fröhlichen Zusammenkunft im Hotel „Zum Zeppelin“.

 

Mehr als 100 Gäste erinnerten sich an gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse. Hervorgegangen 1914 aus den „Vaterländischen Frauenvereinen“, die armen und in Not geratenen Menschen halfen, wurde der Verein nach dem zweiten Weltkrieg und bis 1982 eine selbstständige Ortsgemeinschaft des Deutschen Rotes Kreuzes. Nachdem die ursprünglich sozialen Aufgaben weggefallen waren, standen das Beisammensein und die sinnvolle Freizeitgestaltung älterer Menschen im Mittelpunkt. Unter reger Beteiligung entstanden Angebote für Gymnastik, Wandern, Kartenspielen, Wassergymnastik, Reisen und Tagesfahrten, Tanzen, Klönen und Gedächtnistraining. Viele dieser Runden und Kurse gibt es bis heute, auch wenn die monatlichen KlönschnackTreffs im Café immer kleiner werden und die Wanderungen wegen des Durchschnittsalters der Mitglieder weggefallen sind. Großer Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor die Gymnastikkurse von Inga Jambor (75). Doch nach jahrzehntelangem Einsatz ist nun Schluss. Auch der Vorsitzende Günter Jambor, der seit 15 Jahren die Fäden in der Hand hält und nicht zuletzt die beliebten Tagesausflüge organisiert, scheidet zum Jahresende aus seinem Amt. Obwohl der Rückzug schon lange angekündigt ist, hat sich noch kein Nachfolger für die Leitung des mehr als 200 Mitglieder starken Seniorenkreises gefunden.

Wird es bald keine Ausflüge des Seniorenkreises wie diese Tour nach Friedrichstadt mehr geben? Foto: Seniorenkreis

„Wenn das so bleibt, müssen wir den Verein zum Jahresende auflösen“, bedauert der 83-jährige. Dies hätte zur Folge, dass keine Ausflüge wie zuletzt die Schlösserfahrt nach Neustadt-Glewe und Ludwigslust mehr stattfinden. „Wir versuchen aber, möglichst viele Angebote eigenständig weiterlaufen zu lassen“, sagt Inga Jambor. So werde die Niendorfer Kirche die beiden dortigen Gymnastikgruppen wohl übernehmen. Auch der Kurs in der Lenzsiedlung werde unter neuer Leitung fortgeführt. 

„Wir haben 100 Jahre geschafft und eine tolle Gemeinschaft aufgebaut“, findet Günter Jambor. „Ich wünsche mir sehr, dass wir noch jemanden finden, der Lust auf dieses abwechslungsreiche Teilzeit-Ehrenamt hat!“ löv

 

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