Sechs große Pappeln, die stärkste mit einem Durchmesser von 109 cm werden in Lokstedt gefällt. Der rote Punkt zeigt, welche Bäume weichen müssen Foto: cd

Diesen Bäumen geht es an die Wurzel

Aktuelle Fällliste des Bezirks liegt vor - auch wahre Prachtexemplare werden abgeholzt

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Das Fachamt für Management im öffentlichen Raum des Bezirksamtes Eimsbüttel  kontrolliert regelmäßig den Baumbestand an Straßenrändern und in Parkanlagen. Kranke Exemplare und jene, die eine Gefahr darstellen, kommen auf die Baumfällliste.

 

Laut aktueller Liste werden insgesamt 53 Bäume im Bezirk Eimsbüttel im kommenden Winter gefällt, darunter 28 in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen – vom Ahorn bis zum Zierapfel. Hauptgründe für diese Maßnahme sind die fehlende Bruch- und Standfestigkeit sowie Krankheiten.

Dort, wo es sinnvoll erscheint, soll laut Bezirksamt nachgepflanzt werden. Wegen dominantem Wildbestand, Naturverjüngung oder ungeeignetem Standort werden einige Plätze aber ohne Nachfolger bleiben, um die Erhaltung eines gesunden und langlebigen Baumbestandes zu gewährleisten.

Stärkere Kontrollen

Trotz positivem Ansatz sieht Dietmar Kuhlmann, der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende in Eimsbüttel, Schwachstellen in den Baumfälllisten: „Die Grünen  wünschen sich bessere Kontrollmöglichkeiten durch die Politik, auch in Bezug auf Nachpflanzungen, denn in der Summe ist die Baumbilanz negativ.“ Bis jetzt werde der Regionalausschuss Lokstedt lediglich über die Fällungen informiert, wogegen bei Bauanträgen auch eine Stellungnahme möglich sei, so Kuhlmann weiter. Über 27 500 Bäume säumten 2012 die Straßen von Eimsbüttel. In jenem Jahr wurden 305 von ihnen gefällt und nur 64 ersetzt. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Grünen zum Baumbestand Hamburgs vom Dezember 2013 hervor. Die Zahl der genehmigten Fällungen auf Privatgrundstücken betrug 2269, nur 26 Anträge wurden abgelehnt. Das sei im Vergleich zu anderen Bezirken verschwindend gering, kritisierte der passionierte Bienenzüchter.

Ökologisch denken

Durch die SPD-Kampagne „Meine Stadt – mein Baum“ wurden dank Spendengelder seit 2011 über 3000 neue Bäume gepflanzt. Das sei positiv, findet Dietmar Kuhlmann, weil es Bewusstsein schaffte, aber die Erhaltung der grünen Lunge Hamburgs sei Aufgabe der öffentlichen Hand.  Und dabei werde nur selten die ökologische Komponente beachtet. Laut Kuhlmann sei es oft sinnvoller, einheimische und bienenfreundliche Sträucher wie die Kornelkirsche nachzupflanzen.  cd

 

 

Diese dicken Bäume müssen weichen

  

Auf der Baumfällliste (einzusehen unter der Kurz-URL http://t1p.de/zzou)  stehen unter anderem eine Eiche am Bayernweg 59 in Niendorf mit einem Stammdurchmesser von 96 cm und eine Weide am Burgunderweg in Niendorf mit einem Durchmesser von 74 cm. Vier große Pappeln an der Troplowitzstraße 15a und 17 in Lokstedt mit einem Durchmesser von 73 bis 109 cm sollen ebenfalls gefällt werden. Unter den Schnelsener Bäumen befindet sich eine Eiche am Ellerbeker Moordamm mit einem Durchmesser von 83 cm.  

 

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