Seit über 20 Jahren genießen Kinder die Runden auf dem Pferderücken beim Ponyhof am Niendorfer Gehege Foto: löv

Tierisch was los

So viel Dorf steckt auch heute noch in Niendorf

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Mit der Eingemeindung in das Hamburger Staatsgebiet 1937 wurde Niendorf zum Hamburger Vorort. Kornfelder, Kuhweiden und Ackerland gibt es längst nicht mehr. Und doch hat der Stadtteil noch immer ganz viel ländliches Flair.

 

Spätestens wenn wieder der Bauernmarkt mit Weinfest Ende September gefeiert wird, zeigt Niendorf sein dörfliches Gesicht. Die Grünzüge, das Markttreiben, die familiären Wohngebiete, der Schnack auf dem Tibarg und das rege Vereinsleben bewahren noch heute den ländlichen Charakter. Und selbst klassische Bauernhof-Tiere haben in Niendorf ihre Heimat.

Katzen und Hunde gehören zum alltäglichen Erscheinungsbild in den Straßen. Doch hinter manchem Zaun verbirgt sich auch Überraschendes. So verrät das Gegackere hinter der Hecke des Grundstücks von Familie Banasch schnell, dass sich auch das liebe Federvieh am Stadtrand pudelwohl fühlt. Seit drei Jahren freuen sich Norbert, Sünje und ihre Kinder Bo und Bele jeden Tag über frische Eier ihrer Hühnerschar. Besonders groß ist die Aufregung, wenn die Küken schlüpfen. Zwar hat die Familie keinen Hahn (mehr). Aber befruchtete Eier sind bestellbar. „Für uns alle ist das eine richtig große Sache, wenn sich die Kleinen dann durch die Schale gepickt haben“, so Mutter Sünje.

Ziegen im Gymnasium

Fütterung Ausnahmsweise brachte die Klasse 1a der Schule Hinter der Lieth in Begleitung von Brigitte von Appen den Schulschafen Brot, denn sonst kümmern sich die Viertklässler um die tierischen Schulbewohner Foto: cd

Nachwuchs gab es im Frühjahr auch im Ziegengehege am Gymnasium Ohmoor. Tom und Else kamen neu dazu. Sie haben sich mittlerweile richtig gut eingelebt und werden so wie Merlin, Lustig, Hannah, Max, Emma und Meggy liebevoll vom schulischen Ziegenteam betreut. Beraten werden sie dabei von Lehrer Karsten Frehe. „Das Ziegenprojekt gibt es bei uns seit 2007 und die Kinder lernen dabei auf wunderbare und eigenständige Weise, selbständig zu agieren und im Team zu arbeiten.“

Ganz viele Streicheleinheiten und Schmusestunden gibt es auch am Vielohweg. Hier leben drei flauschig-weiche Kaninchen bei Familie Pridat. „Unser Möhrchen haben wir aus der Zoohandlung. Mia und Charlie kamen über eine Auffangstation für ausgesetzte Kaninchen in Norderstedt zu uns“, erzählt Mutter Babette. Ihre drei Töchter kümmern sich ganz rührend und auch sehr zuverlässig um das Trio. „Morgens gehen sie in aller Frühe zuerst zum Stall und kümmern sich ums Essen“, so die Mama stolz.

Hoch zu Ross

Nicht vergessen werden bei der Tierschau dürfen natürlich die Ponys im Niendorfer Gehege. Seit über 20 Jahren hält Nicole Wichmann ihre Vierbeiner hier am Waldesrand und ist für ihr Reitangebot beliebt und bekannt. Die Runden auf dem Pferderücken dauern 30 Minuten und lassen die Großstadt ganz weit in die Ferne rücken.

Tierisch was los ist übrigens auch bei den Nachbarn in Lokstedt. Bereits seit 40 Jahren bezieht die Schule Hinter der Lieth Schafe in den Unterricht mit ein. Neben Deichschafen tummeln sich zwei schottische Schafsmädchen auf der Wiese auf dem Schulhof. Die Tiere dienen in verschiedenen Fächern als praktischer Lernstoff, ihre Wolle wird schulintern verarbeitet und die Viertklässler haben reihum Schafdienst. Brigitte von Appen, stellvertretende Schulleiterin: „Durch den Schafdienst lernen die Schüler, rücksichtsvoll mit Tieren und Menschen umzugehen und Verantwortung zu übernehmen.“ moe

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