Flagge zeigen Die Teilnehmer markierten ihre Wohnorte, Lieblingsplätze und Orte, an denen sie sich nur ungern aufhalten, mit Fähnchen auf dem Lokstedter Stadtteilmodell Fotos: cd

Zukunft mitgestalten

Die Veranstaltung Lokstedt im Wandel bot eine gute Diskussionsplattform

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Etwa 100 Interessierte Lokstedter kamen am Donnerstag in die Aula des Corvey Gymnasiums, um zu hören, wie es in ihrem Stadtteil weitergehen soll. Konkrete Antworten gab es zwar nicht, aber viele Fakten und einen intensiven Austausch. 

 

Den Stein ins Rollen gebracht hatte im August 2013 ein interfraktioneller Antrag im Regionalausschuss zu den Perspektiven für Lokstedt, initiiert von der CDU. Die Politiker waren sich einig, dass aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahl in Lokstedt Handlungsbedarf bestehe. Deswegen initiierte der Regionalbeauftragte  Dr. Michael Freitag von April bis Juli dieses Jahres eine sogenannte aufsuchende Bürgerbefragung, deren Ergebnisse er auf der Veranstaltung präsentierte.

Zunächst lieferte aber Jan Philipp Stephan vom Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung Fakten: „Seit 1999 gibt es einen Wohnungszuwachs von 17 Prozent und einen Einwohnerzuwachs von 11 Prozent in Lokstedt.“ Der Bauboom wird anhalten: „Es gibt neun Potentialfächen mit 825 bis 1295 Wohneinheiten.“

Festgehalten Der Loksteder Joerg Kilian (li.) vom Forum Kollau notierte die verschiedenen Gedanken der Diskussionsrunde zum Thema Wohnen

Mit Spannung erwarteten alle Anwesenden den Projektbericht von Dr. Freitag, der persönlich mit einem Frageleitbogen zu „74 bewusst zufällig ausgewählten Haushalten in fast jede Straße Lokstedts“ gegangen war. Das Alter der Befragten reichte dabei von 20 bis 81 Jahre. In puncto Lebensqualität gaben sie ihrem Stadtteil die Note 2,19. Allerdings konnten auf die Frage nach dem schönsten Ort in Lokstedt nur 65 Prozent spontan einen benennen. Auch nach längerem Überlegen fanden 35 Prozent keine Antwort darauf. Das und die Tatsache, dass sich 67,57 Prozent der Personen vor allem als Hamburger und nicht als Lokstedter fühlten, ließe auf eine wenig ausgeprägte Identifikation mit dem Stadtteil schließen, erklärte Freitag.

Veränderungswünsche

Hinsichtlich der örtlichen Einkaufsmöglichkeiten waren sich die Personen uneins. Einigkeit herrschte bei dem Wunsch nach mehr Gastronomie, mehr Parkplätzen, weniger Verkehr und besseren Radwegen. Trotz Kritik wollten über 70 Prozent der Befragten auch in fünf Jahren noch in Lokstedt wohnen.

Nach diesen Einblicken tauschten sich die Anwesenden, darunter auch  zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung, in mehreren Gesprächsgruppen sehr intensiv über die Themen Wohnen, Einzelhandel, Verkehr und Stadtteilcharakter aus.

Eine Frage blieb aber: Wie geht es in Lokstedt weiter? Erst einmal werde der Projektbericht im nächsten Regionalausschuss vorgelegt, sagte Dr. Michael Freitag ehe er sich mit den Worten verabschiedete:  „Ich habe einen schönen Stadtteil kennen gelernt.“ cd

 

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