Erst Retter, jetzt gefeuert: Florian Gossow Foto: ls

Wir spielen weiter in der Oberliga!

Germania Schnelsen feuert Trainer Florian Gossow und verliert einen Großteil seiner Spieler

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Als er im Januar zum TuS Germania Schnelsen kam, lagen große Hoffnungen auf Fußballtrainer Florian Gossow. Jetzt wurde er rausgeworfen. Und mit ihm gingen gleich zehn Spieler

 

Die Kündigung erwischte den 41-Jährigen, nachdem seine Mannschaft gegen den FC Süderelbe 2:1 verloren hatte. „Ich habe es direkt nach dem Spiel erfahren“, sagt Florian Gossow. Über den Grund gibt es unterschiedliche Aussagen. Laut Florian Gossow gab es seit Monaten Querelen. „Heinz Lipski, der zweite Vorstands- vorsitzende, wollte, dass sein Sohn Tom bei mir spielt. Ich habe ihm deutlich gesagt, dass sein Sohn bei mir nicht einmal im Kader sein wird“, sagt der Ex-Trainer. „Ich habe auch angeboten: Wenn das ein Problem ist, höre ich zum Saison-Ende auf. Aber es war angeblich kein Problem.“ Dennoch hätte sich das Klima anschließend verschlechtert. „Sie haben nur einen Grund gesucht, um mich zu feuern.“

Das sieht Germania-Vorstands-Vorsitzender Jörg Wohlgemuth anders: „Tom Lipski hat keine Rolle gespielt“, erklärt er. Grund seien die Finanzen: „Nachdem Sponsorengelder weggefallen sind, muss beim Oberliga-Kader gespart werden. Ich musste zum Beispiel Auflauf- und Siegprämien kürzen.“

Neben dem Trainer verlor der TuS Germania auch mehrere Spieler – zehn sollen gegangen sein, darunter Leistungsträger wie Jeton Arifi (29) und Jürgen Turijic (29). Dennoch ist Jörg Wohlgemuth optimistisch: „Wir spielen weiter in der Oberliga!“ So rückte Co-Trainer Jouri Savitchev (48) auf den Chef-Trainerposten, auch neue Spieler sind im Kader. Wie das finanziell möglich ist? „Es gibt Spieler, die auch umsonst spielen“, so Jörg Wohlgemuth. Ob damit der Liga-Erhalt gesichert ist, bleibt fraglich. Das erste Spiel nach Trainer Gossow verloren die Germanen gegen TuS Dassendorf mit 0:2…

Trainer-Nachrichten auch beim Niendorfer TSV: Jörg Hüllmann wird die Herren- Oberliga-Mannschaft in den nächsten Wochen nicht betreuen – aus persönlichen Gründen. Ob er auf die Trainerbank zurückkehrt, ist noch offen. ar

 

TuS  Germania Schnelsen

 

Der Verein wurde 1921 von Fußballern gegründet und hat aktuell rund 2000 Mitglieder. Bundesweit bekannt wurde er durch seine Tischtennis-Gruppe: Die erste Herren-Mannschaft spielte von 1987 bis 1990 in der 1. Bundesliga. Nicht ganz so erfolgreich sind die Schnelsener bei ihrer Traditionssportart Fußball (40 Mannschaften): Hier kamen die Akteure bis zur fünften Liga. Seit vier Jahren spielen die ersten Herren wieder in der Hamburger Oberliga.

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