Die Vielfalt Lokstedts unter einem Dach

20 Betriebe präsentieren sich auf der ersten Handwerks- und Gewerbeschau Lokstedt

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Am 20. September findet hamburgweit zum vierten Mal der Tag des Handwerks statt. In diesem Jahr beteiligt sich Lokstedt mit einer großen Handwerks- und Gewerbeschau.

 

Bereits im vergangenen Jahr hatten einzelne Lokstedter Betriebe ihre Türen für Besucher geöffnet. Allerdings wuchs bei Hjalmar Stemmann, Vizepräsident der Handwerkskammer Hamburg, und Michael Aldag, Vorsitzender des Lokstedter Gewerbevereins Kaufleute und Co., der Wunsch, die Vielfalt der Handwerks- und Gewerbebetriebe an einem Ort zu zeigen.

Am Sonnabend nächster Woche ist es soweit. Dann gewähren rund 20 ortsansässige Betriebe unter dem Dach der Feuerwache Lokstedt (Vogt-Wells-Straße 13) allen Interessierten Einblicke in ihr Berufsbild und ihre Firma. Von 10 bis 15 Uhr halten sie viele Aktionen bereit. Die Freiwillige Feuerwehr Lok­stedt sorgt für Getränke, Kuchen und Leckeres vom Grill. Auch die Polizei ist mit dabei.

Sonderseiten mit dem ausführlichen Programm werden in der kommenden Ausgabe des Niendorfer Wochenblattes erscheinen. cd

 

 

Lehrling gesucht: Die Schau soll auch junge Leute für Handwerk und Gewerbe begeistern

 

 

Auf die große Handwerks- und Gewerbeschau in Lokstedt freuen sich Hjalmar Stemmann, Vizepräsident der Handwerkskammer Hamburg und Bezirkshandwerksmeister für Eimsbüttel, und Michael Aldag, Vorsitzender des Lokstedter Gewerbevereins Kaufleute und Co. 

Initiatoren Die Lokstedter Unternehmer Hjalmar Stemmann (li). und Michael Aldag (v.li.) sehen der ersten Handwerks- und Gewerbeschau in Lokstedt freudig entgegen Foto: cd

Niendorfer Wochenblatt: Sie sind federführend bei der ersten großen Handwerks- und Gewerbeschau in Lokstedt. Wie entstand die Idee dazu?

Hjalmar Stemmann: Auf dem Weihnachtsmarkt der Feuerwehr im vergangenen Jahr kam ich mit Joachim Bornhold, dem ehemaligen stellvertretenden Wehrführer, ins Gespräch. Er hatte den Wunsch, eine größere Gewerbeschau in der Feuerwache zu organisieren. Und ich wollte dort den Tag des Handwerks durchführen. Dann haben wir unsere Ideen zusammengeworfen. Jetzt haben wir eine sehr schöne Mischung von dem, was in der Nachbarschaft angeboten wird, an einem Ausstellungspunkt.


NW:
Warum ist die Handwerks- und Gewerbeschau so wichtig für den Standort Lokstedt?

Stemmann: In Hamburg steht oft der Wohnungsbau im Focus. Auch in Lokstedt wird hochgradig nachverdichtet. Da droht das Gewerbe aus dem Blickpunkt zu geraten. Wir wollen zeigen, wie vielfältig und wichtig das Gewerbe in Lokstedt ist, zum Beispiel für die Nahversorgung. Zudem macht es für die Jugendlichen in unserem Stadtteil einen Unterschied, ob Lehrstellen und Praktikumsplätze hier angeboten werden oder ob man dafür weit fahren muss.

 

NW: Die Schau soll junge Leute fürs Handwerk und Gewerbe begeistern. Wie beurteilen Sie die Lehrlingssituation in Hamburg und speziell in Lokstedt?

Stemmann: Die Situation ist völlig gekippt. Es waren früher deutlich mehr Bewerber als Lehrstellen vorhanden. Heute ist es umgekehrt. Wir, Stemmann und Leisner Zahntechnik, haben mit Müh und Not unsere Lehrstelle zum 1. September besetzen können. Zudem gibt es Fachkräftemangel. Da ist es natürlich ein probates Mittel, selber auszubilden und nach drei Jahren eine Fachkraft zu haben.

Michael Aldag: Die schwierige Lage hat nicht nur mit dem Gehalt, sondern auch mit dem schlechten Image zu tun. Die Innung und die Kammer haben deshalb Berufe umbenannt, um sie attraktiver zu machen. Aus Offset-Drucker wurde Medienfachwirt Fachrichtung Flachdruck. Darunter kann sich kaum jemand etwas vorstellen und gebracht hat es letztlich nichts. 

 

NW: Wie viel Geld verdienen Lehrlinge in der Ausbildung?

Stemmann: Im Handwerk verdienen sie zwischen 350 und 1000 Euro, je nach Beruf und Ausbildungsjahr. Das klingt nicht viel, aber es ist mehr als ein Student bekommt.

Aldag: Die Chancen später gut zu verdienen, zum Beispiel als selbständiger Dachdecker, sind aber sehr hoch.

 

NW: Hat Lokstedts Handwerk goldenen Boden?

Aldag: Absolut! Ich treffe mich einmal in der Woche zu einem Unternehmerfrühstück. Alle haben genügend Aufträge.

 

NW: Was wünschen Sie sich für die Premiere der Handwerks- und Gewerbeschau in Lokstedt? Und planen Sie schon fürs nächste Jahr? 

Aldag: Viele Besucher natürlich und dass sie gut angenommen wird, auch von den Schulen.

Stemmann: Bei Erfolg wollen alle teilnehmenden Betriebe auch nächstes Jahr wieder mitmachen. Darüber hinaus haben schon weitere Firmen Interesse bekundet. 2015 sind dann vielleicht 30 Aussteller mit von der Partie. cd

 

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