Stromnetz ist wieder in öffentlicher Hand

Auch das Lokstedter Hauptverteilwerk gehört jetzt stadteigener Firma

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Vor knapp einem Jahr stimmten 50,9 Prozent der Hamburger und Hamburgerinnen  beim Volksentscheid für die Verstaatlichung der Strom-, Gas- und Fernwärmenetze.  

 

Obwohl sich Dr. Andreas Dressel, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, gegen den Netzrückkauf ausgesprochen hatte, versprach er noch am Wahlabend, den Volkswillen schnellstmöglich umzusetzen.

Bereits im Januar 2014 hat die Stadt Hamburg das Stromnetz von Vattenfall übernommen. „Allerdings ist die Kommunalisierung erst abgeschlossen, wenn alle Mitarbeiter und Anlagen in die Stromnetz Hamburg GmbH übergegangen sind, und das wird am 1.1. 2016 der Fall sein“, erklärt Mathias Ederhof. Der SPD-Vorsitzende in Schnelsen ist Organisator des Hamburger Wärmedialogs und Initiator des Arbeitskreises Energiewende Hamburg. 

Bei der Vergabe der Stromkonzession hat Stromnetz Hamburg die Nase vorn, weil alle Kontrahenten, darunter auch E.ON Hanse, ihre Bewerbungen überraschend zurückgezogen haben.

Gas und Wärme 

Bei der Vergabe um die Stromkonzession hat Stromnetz Hamburg die Nase vorn. „Im Gasnetzbereich laufen die Verhandlungen mit E.ON Hanse für eine einvernehmliche Übernahme in städtisches Eigentum“, berichtet der 52-jährige SPD-Mann aus Schnelsen.

Mathias Ederhof
Foto: privat

Die größte Herausforderung sieht er im Fernwärmenetz, für das der Senat mit Vattenfall eine Kaufoption für 2018 ausgehandelt hat: „Zum einen liegt hier der größte Klimaschutz- Hebel  im Vergleich zu den anderen beiden Netzen, zum anderen sind erhebliche Investitionen notwendig.“ 

In Zukunft werden die Strom- und Gaskunden von einem städtischen Unternehmen aufgefordert, ihre Zählerstände abzulesen. Ederhof erklärt: „Mittelfristig werden Beantragung und Terminierung von Versorgungsanschlüssen für Neubauverfahren einfacher, wenn der Bauherr alles bei einer einzigen Stelle machen kann. Und alle leitungsgebundenen Baumaßnahmen im Straßenbereich können noch besser aufeinander abgestimmt werden.“

Elf Monate nach seinem Versprechen besuchte Dr. Andreas Dressel das Hauptverteilwerk in Lokstedt, ein Standort der nun städtischen Stromnetz Hamburg GmbH. cd

 

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