Interessierter Kennerblick Maria Hobbing und Heinrich Eder begutachten die Ausstellung eines externen Kollegen Foto: löv

Alle unter einem Dach

Das Künstlerhaus Sootbörn genießt hohen Stellenwert in Hamburger Kunstszene

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Das Künstlerhaus Sootbörn im bürgerlichen Niendorf ist ein Atelierverbund, der in der gesamten Millionenstadt und darüber hinaus Anerkennung und Aufmerksamkeit findet.

 

 Bereits das Gebäude trägt seinen Teil dazu bei: Als Bindeglied zwischen Gropius und Le Corbusier verwirklichten Ernst und Wilhelm Langloh Ende der 1920er Jahre die Mittelschule Sootbörn im Bauhausstil mit eigenständiger Stilrichtung. Auch wenn vom Ursprungsgebäude nur noch wenige Elemente erhalten sind, wissen die Künstler den architektonischen Seltenheitswert zu schätzen und arbeiten gerne in den zu Ateliers umfunktionierten Klassenzimmern.

Den ursprünglichen Festsaal und das Foyer nutzen die 16 Bildenden Künstler für Ausstellungen, Installationen und Performances.

Die Verbindung zwischen Gebäude und Kunstszene erscheint einleuchtend, besteht jedoch erst seit 1992. Bis dahin war das bis Ende der 1950er Jahre als Schule genutzte Gebäude ein Möbellager der Schulbehörde. Dann jedoch gelang es einigen Künstlern nach Verhandlungen mit Schul- und Kulturbehörde, den Bau einem neuen Zweck zuzuführen.

Die aus Heidelberg stammende Malerin Maria Hobbing, die zusammen mit Bildhauer Heinrich Eder derzeit die rotierende Sprecherfunktion des Künstlerhauses innehat, ist seit den Anfängen dabei.

CrashCluster Ateliers-Stipendiatin Anik Lazar löst Material aus seinem ur-
sprünglichen Kontext und verarbeitet es zu Kunst Foto: löv

„Ich habe noch die mannshohen Stapel alter Turnschuhe und die Räume voller ausgedientem Mobiliar vor Augen, die wir damals vorfanden“, erzählt sie. Mit finanzieller Unterstützung der Kulturbehörde und ganz viel Eigenleistung wurde das Gebäude renoviert. Von 1999 bis 2006 erfolgte eine zweite Instandsetzung einschließlich  Außensanierung.

Die Künstler starteten 1992 zunächst als selbstverwaltender Verein, heute wird die Liegenschaft von der Sprinkenhof AG verwaltet. Die Abstimmung unter den zwischen Mitte 20 und 90 Jahre alten Künstlern funktioniert gut, es entstehen interessante Projekte. So werden jährlich bis zu zehn Ausstellungen organisiert, die externen Kollegen eine Plattform bieten.

„Das Spektrum der häufig überregional beachteten Ausstellungen reicht von Präsentationen Studierender bis zu etablierten nationalen und internationalen Künstlern“, berichtet Heinrich Eder.

Wenn eines der Ateliers frei wird, entscheidet der Atelierverein (AfdK) über die Zuteilung und Vergabe. Voraussetzung ist, dass der Bewerber seinen Lebensunterhalt mit Kunst bestreitet. löv

 

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