Das Koordinatorenteam der LBK Niendorf Friedhelm Holst (Schulleiter GS Burgunderweg, li.), Elke Bremer (ProNieNo) und Jörn Adomeit (Hamburger Hochbegabteninitiative, re.) sowie Moderator Albert Scherer (2.v.r.e) Foto: löv

Paradebeispiel für Zwei-Säulen-Modell

10. Lokale Bildungskonferenz in Niendorf diskutiert über Rückkehr zum G9-Abitur

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Was würde eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium für Niendorf bedeuten? Diese Frage stand im Mittelpunkt der 10. Lokalen Bildungskonferenz Niendorf (LBK), zu der die Schulleiter des Gymnasiums Ohmoor und der Stadtteilschule Niendorf als Referenten eingeladen waren.

 

Die Antwort fiel eindeutig aus: Sowohl Detlef Erdmann (Ohmoor) als auch Ingo Kangarlou (Niendorf) lehnten die Wiedereinführung des G9-Abi- turs an Gymnasien ausdrücklich ab. Für das bereits sechszügige „Ohmoor“ prognostizierte Erdmann im Falle einer Rücknahme des „Turbo-Abis“ einen weiteren Zuwachs mit der „fatalen Folge,“ dass der Schulbetrieb dann kaum mehr zu managen sei. Es gebe keine räumlichen Kapazitäten für zusätzliche Klassen, als Kess-6-Schule (entspricht einer „bevorzugten sozialen Lage der Schülerschaft“) zu wenig Geld für die Ganztagsbetreuung und keine aktuellen Rahmenpläne für den G9-Betrieb. Den Lehrern sei es nicht zuzumuten, schon wieder neue schulinterne Curricula pro Fach und Jahrgang  erarbeiten zu müssen. Ein Parallelbetrieb von G8 und G9 sei schon wegen der sozialen Komponente nicht praktikabel: Bei der Aufteilung müssten bestehende Klassengemeinschaften auseinandergerissen werden.

Erdmanns Einschätzung schloss sich Kangarlou uneingeschränkt an. Niendorf sei ein Paradebeispiel für das noch junge „Zwei Säulen“-System aus Gymnasium (G8, Abi nach acht Jahren) und Stadtteilschule (G 9). Das System sei hier sehr ausbalanciert, die Kooperation zwischen den Gymnasien Ohmoor und Bondenwald sowie der Stadtteilschule eng, die Wege kurz. Die Idee des gemeinsamen Lernens von leistungsstarken und –schwachen Schülern würde sich verschieben, wenn der Stadtteilschule nur die schwächeren Schüler blieben. Zwar arbeite die Stadtteilschule in der Mittelstufe langsamer, dafür würden diejenigen, die das Abitur anstrebten, in der Vorstufe sehr gefordert. Ab der 12. Klasse seien die Unterrichtsinhalte an beiden Schulformen identisch, das Abitur gleichwertig. Von daher gebe es keinen Grund, am System zu rütteln und den Schulfrieden aufzukündigen. „Es soll unbedingt so bleiben!“ forderte Karaglou unmissverständlich.    löv

 

 

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