Ein fröhliches Helfer- Trio Gonda Will, Werner Knoche und Margarete Ohlms (v.li.) Foto: löv

Gesucht: Ehrenamtliche Helfer

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Sie rufen nicht nach dem Staat, sondern werden selbst aktiv. Sie bringen sich verantwortlich in die Gesellschaft ein, helfen uneigennützig, entwickeln Ideen und Lösungsansätze. Egal ob es aus Spaß geschieht oder im Bewusstsein, etwas Wertvolles zu tun – ehrenamtliche Helfer halten die Gesellschaft zusammen. Wo personelle oder finanzielle Mittel fehlen, schließen sie oft die Lücken. Bedarf an Zeitspendern gibt es immer. Zum Beispiel im Albertinen-Haus und bei „wellcome“, einer Niendorfer Institution, die junge Familien unterstützt…

 

Wer Zeit hat, kann sie hier sinnvoll spenden

Gelächter dringt aus dem Frühstücksraum, Kaffeetassen klappern, angeregte Unterhaltung ist im Gange – jeden Mittwoch morgen tagt im Albertinen-Haus eine fröhliche Runde mit Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter. Auf den ersten Blick würde niemand die Besonderheit dieser Gemeinschaft bemerken: Einige Anwesende sind an Demenz erkrankte Senioren, die einmal pro Woche für drei Stunden zur Betreuungsgruppe kommen, damit ihre sie pflegenden Angehörigen eigene Termine wahrnehmen können.

Neben einer Mitarbeiterin der Beratungsstelle Demenz kümmern sich drei Zeitspender um die Besucher, für die dieses niederschwellige Angebot meist der erste Kontakt mit einer Betreuungseinrichtung ist. Dieser erste Kontakt ist überaus herzlich. Ein kleines Empfangskomitee begrüßt die Stammgäste, erkundigt sich nach ihrem Befinden und begleitet sie zu Tisch.

„Zum einen möchten wir die Partner der Erkrankten für einen Vormittag entlasten. Zum anderen sollen unsere Gäste in der Gemeinschaft ein paar unbeschwerte Stunden erleben“, erklärt Doris Reinhard, Leiterin der Beratungsstelle. Damit eine intensive und individuelle Betreuung der maximal acht Besucher gewährleistet ist, bedarf es der Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Werner Knoche ist seit sechs Jahren „Zeitspender“. Mit seiner eloquenten und einfühlsamen Art verwickelt der ehemalige Manager die Demenzerkrankten in anregende Gespräche oder geht auf Wunsch mit ihnen spazieren. „Unsere Gäste schätzen Bewegung. Hoch im Kurs stehen Ballspiele und leichte Gymnastikübungen. Zum Mitmachen gezwungen wird aber niemand“, berichtet der 70-jährige. Die Betreuung der Demenzerkrankten macht ihm Spaß – auch wenn sie nicht immer leicht ist. „Man muss sich regelmäßig auf neue Personen einstellen und damit umgehen können, dass lieb gewonnene Gäste eines Tages nicht mehr kommen.“

Seine „Kollegin“ Margarete Ohlms ist die dienstälteste Zeitspenderin – seit 2004 dabei. Die 72-jährige ist sowohl in der Betreuungsgruppe als auch im Hausbesuchsdienst aktiv. Jeden Dienstag betreut sie einen Demenzpatienten, damit dessen Frau zur Chorprobe gehen kann. Fremdes Territorium zu betreten bedarf immer einer sorgfältigen Absprache. 

„Mit den Angehörigen bespricht man im Vorfeld die Eigenschaften des Erkrankten, dessen Vorlieben und feste Gewohnheiten“, sagt Ohlms. Pflegerische Tätigkeiten dürfen die Zeitspender nicht ausüben. Damit sie optimal auf den Umgang mit Demenzkranken vorbereitet werden, nehmen die Ehrenamtlichen an Schulungen teil, die von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und den Pflegekassen gefördert werden. Zudem stehen ihnen die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle mit Rat und Tat zur Seite.

„Die Nachfrage nach unseren Betreuungsangeboten ist größer als der aktuelle Pool an Zeitspendern“, bedauert Reinhard. Gesucht werden daher Männer und Frauen, die mindestens drei Stunden Zeit pro Woche und keine Angst vor der Begegnung mit Demenzkranken haben.  löv

 

Kontakt: Beratungsstelle Demenz, Tel. 55 81 18 50, doris.reinhard@albertinen.de

Wer braucht Hilfe im Garten? Diese Jungs möchten Menschen aus Niendorf unterstützen Foto: HdJ

Auch Jungs wollen sich gerne nützlich machen

 

Spielen, toben, Gruppenerlebnisse oder Ausflüge stehen auf der Tagesordnung, wenn die neue Abenteuergruppe im Haus der Jugend Niendorf zusammenkommt. Seit Februar treffen sich die zwölf Jungs im Alter von zehn bis zwölf Jahren jeden Montag von 17 bis 19 Uhr im Vielohweg. Doch nicht nur der eigene Spaß soll im Vordergrund stehen. Gerne wollen die Abenteurer Menschen aus Niendorf ehrenamtlich helfen. Welche Art von Hilfe das sein kann, hängt von den Wünschen der Zielgruppe ab. So könnten sich die Jungs beispielsweise  vorstellen, ältere Mitbürger bei der Gartenarbeit zu unterstützen, mit Hunden Gassi zu gehen oder sich mit Bewohnern eines Altenheims zu treffen. Interessenten wenden sich mit ihren Anliegen an Gruppenleiter Jené Halabi, E-Mail: hdj@hdj-niendorf.de oder Telefon: 55 11 902. löv

 

 

In Niendorf kann man sogar ein Engel werden

 

Ende letzten Jahres hat das Niendorfer Wochenblatt die neue wellcome-Koordinatorin Isabell Lesse vorgestellt und dabei die Tätigkeit der Organisation beschrieben, die ehrenamtliche Helferinnen mit jungen Familien zusammen bringt. In der Zwischenzeit haben sich zahlreiche Eltern an Lesse gewandt, die gerne ein- bis zweimal pro Woche für jeweils zwei bis drei Stunden von einem „wellcome-Engel“ unterstützt würden.

„Viele Mütter brauchen in der ersten Zeit nach der Geburt oder im Alltag mit ihren Kindern kleine Auszeiten und Unterstützung, damit aus der Freude über den Nachwuchs kein Stress wird“, erklärt die Koordinatorin, die selbst zweifache Mutter ist. Lesse freut sich sehr über die gestiegene Nachfrage. Allerdings steht sie nun vor dem Problem, dass die Zahl der Ehrenamtlichen nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. „Wir suchen Frauen, die Zeit und Lust auf eine schöne und sinnvolle Aufgabe haben, bei der sie viel Dankbarkeit erfahren!“ Seit der Gründung der in Niendorf entstandenen und nun bundesweit an rund 250 Orten vertretenen Initiative im Jahr 2002 haben die „Engel“ alleine in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen mehr als 450 Familien unterstützt. löv

 

wellcome Niendorf, Garstedter Weg 9, Tel. 226 229 771 (Sprechzeit: Fr., 11 bis 13 Uhr), E-Mail: hamburg.niendorf@wellcome-online.de 

 

 

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