Beim Hochwasser kochen die Gemüter

Anwohner befürchten Überschwemmung wegen Unterkunft am Hagendeel

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Zu zwei Informations-Veranstaltungen im Doppelpack zur Flüchtlingsunterkunft Hagendeel kamen rund 180 Lokstedter am Montagabend in die Grundschule Döhrnstraße.

 

Im ersten Teil informierte das Bezirksamt über den Hochwasserschutz am Hagendeel, im zweiten über die Unterbringung der Flüchtlinge.  „Wir saufen ab“, brachte eine Hagendeel-Anwohnerin ihre Befürchtungen drastisch auf den Punkt. Wenn die rund 20 000 Quadratmeter große Freifläche  zwischen Hagendeel und Alter Kollau versiegelt würde, um wie geplant mit Flüchtlingsunterkünften bebaut zu werden, drohten noch heftigere Überschwemmungen, als sowieso schon seit Jahrzehnten in dem Gebiet mit Kollau und Gelebek üblich. Als Überschwemmungsgebiet dürfe das Gelände deshalb nicht bebaut werden. Als Gabriele Gönnert (Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, LSBG) den anhand digitaler Geländemodelle ermittelten Ist-Zustand erläuterte, hielten viele der Anwesenden diesen nicht für realistisch und äußerten lautstark ihren Unmut.   

 

Anwohner befürchten Überschwemmung wegen Unterkunft am Hagendeel

 

Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) bestätigte zwar, dass die Fläche voraussichtlich als Überschwemmungsgebiet eingestuft würde. Die Bebauung könne anhand von Ausnahmeregelungen aber dennoch umgesetzt werden, da der Bauherr dafür sorgen würde, dass der Wasserstand nicht negativ beeinflusst wird. Eine Baugenehmigung ist bislang aber noch nicht erteilt. Sevecke sieht den Standort rechtlich abgesichert und keine Alternative: „Es wird keine Zelte in Grünanlagen geben nur weil sich da niemand beschwert!“ betonte er.

Im zweiten Quartal 2015 sollen 13 zweistöckige Holzbauten mit insgesamt 288 Plätzen bezugsfertig sein. Die 50 Quadratmeter großen Wohnungen mit je drei Zimmern, Küche und Bad würden vornehmlich von Familien bezogen werden, führte Martin Leo vom städtischen Träger „Fördern und Wohnen“ in deutlich ruhigerer Atmosphäre aus. Die Nutzung ist auf zehn Jahre mit einer fünfjährigen Verlängerungsoption angelegt, die Erschließung erfolgt über den Wehmerweg, vom Hagendeel soll das Gelände über einen Fußweg zu erreichen sein.  mf

 

Besonders am Hochwasserschutz war das Interesse der Lokstedter groß. Foto: mf

Geplante und bestehende Unterkünfte in Niendorf, Lokstedt und Schnelsen

 

In Schnelsen werden in der Holsteiner Chaussee derzeit  216 Plätze in Pavillons und 44 in Notcontainern für Flüchtlinge und Wohnungslose bereitgestellt. In Lokstedt gibt es aktuell 150 Plätze im Contai- ner-Dorf Lokstedter Höhe und 150 in Mehrfamilienhäusern im Grandweg. Die Container in der Lokstedter Höhe und 44 Notcontainer in der Holsteiner Chaussee sollen zum Ende des Jahres abgebaut werden. In Planung befinden sich derzeit 156 Plätze in einer Modulbau-Siedlung in Schnelsen, Pinneberger Straße 44, die im Herbst 2014 bezugsfertig sein sollen sowie die 288 Plätze im Hagendeel. In der Niendorfer Straße 99 ist von September 2014 bis September 2016 eine Erstaufnahmestelle mit 320 Plätzen geplant. 

 

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