Solche Häuser wie hier am Curslacker Deich in Bergedorf werden auch in Schnelsen gebaut Quelle: hamburg.de/basfi

Ein Dorf für ein fast normales Leben

Ab Herbst neue Unterkunft für Flüchtlinge in der Pinneberger Straße

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Pinneberger Straße in Schnelsen unter der Trägerschaft von „fördern & wohnen“ eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge und Wohnungslose entstehen wird.

 

Die mit mehr als 200 Bürgern gut besuchte Info-Veranstaltung in der Bait-ur-Rasheed Moschee zur geplanten Unterbringung von bis zu 150 Menschen auf der Freifläche nebenan war die sechste Veranstaltung dieser Art – und die wohl ruhigste im Bezirk.

Vielleicht lag es an der sakralen Moschee-Atmosphäre und an der mahnenden Inschrift „Liebe für alle, Hass für keinen“ an der Wand. Aber vielleicht war es auch die vom Bezirksamtsleiter geleistete Überzeugungsarbeit: Torsten Sevecke warb sehr eindringlich um Verständnis. Und so gab es dieses Mal weder Zwischenrufe noch allzu unsachliche Kommentare.

Einzug im Oktober

Ruhig hörten sich die Menschen die Ausführung von Heie Kettner an, der für die BASFI (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration) die Pläne vorstellte: Bis Oktober werden auf dem Grundstück sieben Modulbauten entstehen. Mindestens fünf Jahre soll das kleine Dorf bestehen bleiben, bevor diese Fläche dann für die Erweiterung der P+R- Parkplätze der AKN-Station benötigt wird. Die aus Containern gebauten zweigeschossigen Häuser werden vor allem Platz für Familien mit Kindern bieten, die aus den Kriegs- und Krisengebieten kommen, schon eine Weile in Hamburg sind und nun endlich so etwas wie Normalität leben sollen. Hier haben sie künftig abgeschlossene Wohneinheiten mit je drei bis vier Zimmern, Küche, Toilette und Dusche.

Hilfe der Anwohner

Bei der Integration werden sie auf die Unterstützung der Schnelsener angewiesen sein, von denen sich einige gleich in die herumgereichten Listen eintrugen. Welche Hilfe sie später leisten können, wird sich zeigen, wenn klar ist, wer dort einzieht. Derzeit wird mit bis zu 60 Kindern und Jugendlichen in den Familien gerechnet, daher wird es auch einen Spielplatz geben. Kritik an den Plänen gab es wenig. Bedenken äußerten die Zuhörer eher dahingehend, ob der Betreiber fördern & wohnen personell in der Lage ist, die notwendige Sozialarbeit vor Ort zu leisten. Auch die jetzt schon angespannte Parkplatz-Situation, die sich mit der Bebauung der Freifläche weiter verschärfen wird, wurde von den Anliegern angesprochen. Sevecke gab zu, dass er keine Lösung wisse und dass die Pläne für die Menschen rundum auch einen gewissen Verlust an Lebensqualität bedeuten könnten. „Das sind Konflikte, die wir aber angesichts der Flüchtlingsproblematik werden aushalten müssen“, mahnte er und dankte den Bürgern für ihre an diesem Abend gezeigte Bereitschaft, sich dem Thema offen zuzuwenden.  sun

 

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