Ins Jubiläumsjahr gestartet

Das Rote Kreuz Hamburg feiert seinen 150. Geburtstag

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Mit einem Senatsempfang im Rathaus fing das Jubiläumsjahr für das Hamburger Rote Kreuz feierlich an. Der in Lokstedt ansässige Landesverband blickt auf 150 Jahre zurück.

 

Gegründet wurde das Hamburger Rote Kreuz (RK) 1864 von zwölf Hamburger Kaufleuten mit dem Ziel, im damaligen deutsch-dänischer Krieg verwundeten Soldaten auf beiden Seiten zu helfen. Sehr bald entwickelte sich die „Sanitätsorganisation im Kriegsfall“ zur umfassenden Hilfsorganisation und zu einem Wohlfahrtsverband auch für die Zivilbevölkerung.

In die ganze Welt

Zum Einsatz kam es auch bei der Choleraepidemie in Hamburg im 19. Jahrhundert. Das RK schuf ein Hospital für Arme, betreute Pflegebedürftige und Kranke, verteilte Hilfsgüter und leistete Sanitätsdienste: 1904 halfen die Rotkreuzler in Norwegen nach dem großen Brand der Stadt Aalesund und wenig später in Sizilien, als dort die Erde heftig gebebt hatte.

Einsätze dieser Art gab es auch in jüngerer Zeit: Das RK Hamburg half nach den Erdbeben in Haiti und Pakistan, in der Türkei und Armenien sowie nach dem schweren Tsunami an den Küsten Asiens und Afrikas.

Doch auch in der Heimat gab es für das DRK Hamburg oft große Einsätze: in den Weltkriegen, beim Michel-Brand, bei vielen Un­glücken und Katastrophen wie bei der Hamburg-Flut 1962.

Sitz in Lokstedt

Seit den 1960er Jahren ist der Hauptsitz im DRK-Landesverband Hamburg samt seiner Verwaltung am Behrmannplatz in Lokstedt. Dort ist auch das zentrale Katastrophenschutzlager zu finden, ebenso die Schatzkiste (eine der ältesten Kitas der Stadt), die Kleiderkammer, die Schuldnerberatung und die Beförderungsdienste.

Eine enge Freundschaft pflegt der DRK Landesverband Hamburg mit dem Russischen Roten Kreuz in St. Petersburg. Dort werden gemeinsame Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche, für Rentner, behinderte Menschen und Flüchtlinge initiiert.

Die Jubiläumsveranstaltungen des DRK sind im Internet zu finden unter www.150jahre.drk-hamburg.de/termine. Das finale Abschluss bildet ein großer Laternenlauf mit Kindern der Hamburger RK- Einrichtungen.  sun

 

Das ist der Landesverband

 

–  rund 1100 hauptamtliche Mitarbeiter in den Bereichen Pflege, Kinder-/Jugendhilfe, Sanitäts-/Beförderungsdienste,  Schuldnerberatung, Kiloshops, Kleiderkammern, Logistik, Rotkreuz-Projekte uvm.

– rund 1000 ehrenamtliche Helfer als Sanitäter, in der Logistik, Verpflegung, im Funk- und Fernmeldebereich, in sozialen Aufgabengebieten wie Obdachlosenhilfe, Betreuung Demenzkranker, Jugendprojekte,

– Einrichtungen in Lokstedt: Kindertagesstätte, Schuldner- und Insolvenzberatung, Kleiderkammer, Hausnotruf

Zivilcourage ist kein Fremdwort

 

Mit Pressesprecher Rainer Barthel sprach das Niendorfer Wochenblatt über die Arbeit des Roten Kreuzes in Hamburg.

 

Niendorfer Wochenblatt: Immer mehr Flüchtlinge strömen in die Stadt. Auch die Zahl der Wohnungslosen steigt ständig. Wie kann das DRK da helfen?  

Rainer Barthel: Das Hamburger Rote Kreuz engagiert sich in der Stadt seit langem für Kinder, Frauen und Männer, die aus ihrer Heimat fliehen müssen. Es gibt eine spezielle Flüchtlingsberatung als zentrale Anlaufstelle und Wohnprojekte für jugendliche Flüchtlinge. Die Mitarbeiter vermitteln Hilfen und Kontakt zu weiteren Ansprechpartnern in der Stadt. Zudem geben die Helfer in den Kleiderkammern gerade jetzt Kleidung und andere dringend nötige Sachen an Flüchtlinge weiter.

NW: Welche Fähigkeiten müssen Menschen mitbringen, die sich ehrenamtlich im DRK engagieren möchten?

Barthel: Grundsätzlich freuen wir freuen uns über jeden, der sich beim uns ehrenamtlich engagieren mag. Medizinisches Personal findet ebenso seine Aufgaben wie ein technisch versierter Helfer oder auch Menschen, die sich im sozialen Bereich engagieren möchten. Etwa in der Versorgung oder Betreuung älterer Bürger, Demenzkranker, Ob­­dachloser, um nur einige Be­­reiche zu nennen. 

 

NW: Wie ist es bei Ihnen um den Nachwuchs bestellt?

Barthel: Das Jugendrotkreuz zählt rund 500 Mitglieder. Die Kinder und Jugendlichen planen sinnvolle und spannende Aktivitäten für Gleichaltrige, gestalten soziale Kampagnen, führen Aktionen durch und engagieren sich an ihren Schulen als Schulsanitäter. Zivilcourage ist für sie kein Fremdwort, sie übernehmen bereits früh Verantwortung, lernen voneinander, sind international vernetzt und fit in Erster Hilfe. Wer mitmachen will, ist sehr willkommen.

 

NW: Wo sehen Sie das Rote Kreuz Hamburg in der Zukunft?

Barthel: Es wurde und wird gebraucht. Auch in Zukunft. Das zeigen die vielen Einsätze und wichtigen Aufgaben, die das Rote Kreuz Hamburg in seinen 150 Jahren erfüllte und denen es auch heute gerecht wird. Gesellschaftliche Entwicklungen wie zum Beispiel wachsende Armutsrisiken, die Zunahme von pflegebedürftigen Menschen, internationale und nationale Naturkatastrophen, Konflikte in Krisenregionen auf der Welt, großer Not dort, aber auch hier in Deutschland, werden das Rote Kreuz auch zukünftig stark fordern.

 

NW: Danke für das Gespräch.

 

Das Interview führte Redakteurin Silke Schlüter

 

DRK Landesverband Hamburg, Behrmannplatz 3, Lokstedt, Tel. 55420-0

www.drk-hamburg.de

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