Gespannt verfolgten die Zuhörer die Präsentation von Professor Jens Uwe Zipelius Foto: mf

Es könnte los gehen

Doch Finanzbehörde lässt die Planer der Mutzenbecher Villa schmoren

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„Wir legen jetzt los!“ Andreas Reichel ist entschlossen, sein Konzept für die Mutzenbecher Villa umzusetzen. Am Sonnabend stellte er es auf Einladung des Forum Kollau in der Gründerzeit-Villa im Gehege vor. Nur die Finanzbehörde stellt sich noch quer.

 

 Das Gedränge im ehemaligen Wohnzimmer der 1910 erbauten Villa am Bondenwald 110a war groß, als Andreas Reichel vom Archiv der Zukunft (ADZ) und Prof. Jens Uwe Zipelius von der HafenCity Universität (HCU) die Bestandsaufnahme der Bausubstanz und das Konzept für die künftige Nutzung als Bildungsstätte und offenes Haus vorstellten (das Wochenblatt berichtete).

Unter vier Bietern hat sich das Gemeinschafts-Konzept von ADZ, dem Verein „Werte erleben“ und der Stiftung Hauptschulen (das Wochenblatt berichtete) durchgesetzt, auch das Denkmalschutzamt will das Projekt mit 200 000 Euro unterstützen. Die Fi­nanzbehörde wird es jedoch erst Anhand geben, wenn ein prüffähiges Finanzierungskonzept über die benötigen 800 000 Euro vorliegt.

„Da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn wir können erst mit Anhandgabe und Zusage der Finanzbehörde auf Sponsorensuche gehen“, sagt Andreas Reichel. Dabei seien auch die Gutachten der Architektur-Studenten der HafenCity Universität unter Leitung von Professor Zipelius ein geldwerter Posten, der mit rund 50 000 Euro zu veranschlagen sei, hätte der Studiengang dies nicht im Rahmen eines Projektes übernommen.

Sponsoren gesucht

Noch sehen die fast 20 Räume der einst prächtigen Mutzenbecher Villa heruntergekommen aus, die den Namen ihres Bauherrn, Albingia-Gründer Hermann Mutzenbecher trägt. Die Bausubstanz ist jedoch weitgehend in Ordnung und soll von Studenten, Schülern der Stadtteilschule Niendorf und Auszubildenden für handwerkliche Berufe als gemeinsames Bildungsprojekt zu einem Bildungsort werden. Auch das Gymnasium Bondenwald und die Grundschule Vizelinstraße beteiligen sich an dem Projekt. Später sollen hier Seminare, Ausstellungen und kleine Kulturveranstaltungen stattfinden.

In die ehemals glanzvollen Räume soll bald wieder Leben kommen Foto: mf

„Ein klassisches Café wird es hier nicht geben, aber es soll ein Ort zum Kaffee trinken und Lesen werden, der an die Geschichte des Geheges erinnert, das aus den Landschaftsparks der Villen hervor ging“, so Reichel. „Das wird ein Schmuckkästchen“, freut sich Zipelius und ist sich sicher, dass viele Sponsoren das Projekt mitfinanzieren werden, wenn es erst einmal in Gang kommt: „Hamburg ist eine großzügige Stadt!“ Im Herbst soll der Erbpacht-Vertrag geschlossen werden, bis dahin müssen die Planer die Finanzierung nachweisen.  mf

 

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