Unterstützung für Flüchtlinge und Helfer

Ab Juni soll die Erstaufnahme in der Niendorfer Straße bezugsfertig sein

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Wir müssen diese Menschen aufnehmen, weil sie da sind!“ Mit eindringlichen Worten eröffnete Bezirksamtsleiter Dr. Torsten Sevecke (SPD) am Mittwoch vergangener Woche die Informationsveranstaltung im Saal des Hamburg-Hauses Eimsbüttel, der mit rund 130 Besuchern nicht vollbesetzt war.

 

Neben Sevecke informierten Martin Leo von Fördern und Wohnen, Johanna Westphalen aus der Behörde für Inneres und Sport (BIS) sowie Staatsrat Volker Schiek (BIS), über die geplante Erstaufnahmeeinrichtung an der Niendorfer Straße 99. Dort sollen schon bald 320 Betten für einen dreimonatigen Aufenthalt bereit stehen. Bis 2007 war schon einmal ein Pavillondorf für Flüchtlinge auf dem Niendorfer Gelände untergebracht. Ab Mai sollen drei zweigeschossige Containerblöcke entstehen, die ab Juni bezugsfertig sein sollen. Laut Schiek werden rund um die Uhr ein Wachdienst und ein Sozialarbeiter pro 65 Bewohner an sieben Tagen in der Woche von 7 bis 18 Uhr vor Ort sein.

Eigentümerin des Grundstückes ist die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lokstedt, die das Grundstück langfristig an die Quantum AG als Verlagerungsstätte für Kleingärten vermieten wird. Eine Nutzung über 30 Monate hinaus sei deshalb nicht zu erwarten, beruhigte Volker Schiek besorgte Anwohner. Auch steigende Wasserstände in dem Überschwemmungsgebiet an der Kollau, die ihre Grundstücke in Mitleidenschaft ziehen könnten, befürchteten Anwohner. „Nur ein Teil des Grundstückes, der gesichert werden kann, steht für die Unterkunft in Rede“, sagte Sevecke und Johanna Westphalen versicherte, dass dieser „nur aufgeschüttet, nicht versiegelt“ würde.  „Ich habe mich geirrt“, gab Sevecke zu, der  noch im August 2013 eine Unterkunft in der Niendorfer Straße unter anderem wegen der Überschwemmungsgefahr ausgeschlossen hatte.

Hilfsbereit – aber…

„Es wird bürgerschaftliches Engagement gefordert, aber das muss auch gefördert werden! Wir brauchen mehr Unterstützung“,  ermahnte eine ehrenamtliche Helferin der Unterkunft Lokstedter Höhe die Politiker unter Applaus, nachdem die Redner auf dem Podium die Hilfsbereitschaft der Lokstedter mehrfach gelobt hatten. Das sah auch Pastor Bernd Müller-Teichert so, der aber auch die Befürchtung äußerte, dass es mit einer weiteren Unterkunft im Hagendeel neben Lokstedter Höhe und Grandweg zu viel würde: „Dann erreicht man das Engagement nicht mehr.“ Dem Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen auf personelle und finanzielle Hilfestellung für die Koordination ehrenamtlicher Helfer stimmte Sevecke in der Bezirksversammlung am 27. Februar mit der Schaffung einer halben Personalstelle zu.  mf

 

 

Ehrenamtliche

 

Die Lokstedter Unterkünfte werden von der städtischen Gesellschaft fördern und wohnen (f & w) betrieben. Laut f & w steht  pro 80 Bewohner ein Sozialarbeiter als Vollkraft zur Verfügung. Eine intensive Einzelbetreuung ist so nicht möglich, deshalb sind die rund 370 Freiwilligen, die bei Hausaufgaben helfen, Patenschaften übernehmen, zu Ärzten und Ämtern begleiten unverzichtbar. „Eine Ausstattung für Notfälle in bescheidenem Umfang“ ist laut f & w in den Unterkünften vorhanden, weshalb auch Sachspenden häufig eine wichtige Unterstützung sind.

 

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