Aus der Vogelperspektive wird klar, wie groß das Multi-Kulti-Quartier ist Foto: Verein Lenzsiedlung

40 Jahre Lenzsiedlung

Seit dem ersten Spatenstich ist in der Hochhaussiedlung viel passiert

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„Im Moment kommen wir zurecht, aber es ist absehbar, dass wir mit den Kosten an die Decke knallen“, fasst Ralf Helling, Geschäftsführer des Vereins Lenzsiedlung die Situation der Hochhaussiedlung im 40. Jahr ihres Bestehens zusammen.

 

Im Februar 1974 legte der damalige Bausenator Caesar Meister den Grundstein für das Großprojekt. Heute leben hier mehr als 3  000 Menschen aus 60 Nationen. Auf Initiative der Bewohner entstand vor 36 Jahren der Verein Lenzsiedlung zunächst für die offene Kinder- und Jugendarbeit, später folgten das Bürgerhaus mit seiner Gemeinwesenarbeit für Familien, der Pädagogische Mittagstisch und das Musikprojekt.

Den Mittagstisch gibt es seit Einführung der Ganztagsschule nicht mehr, dem beliebten Musikprojekt wurde im vergangenen Jahr die Finanzierung gestrichen. Ralf Helling ist froh, dass ein Privatier und die Lokstedter Firma Beiersdorf das Musikprojekt nun unterstützen und Kindern und Jugendlichen das Erlernen von Instrumenten und das Proben im Tonstudio ermöglichen.

Armut ist großes Thema

„Armut ist ein großes Thema hier, ein Drittel der Bewohner lebt von Transferleistungen“, sagt Helling. Umso wichtiger sind die Projekte, die hinzugekommen sind, seit dem der Verein im vergangenen Jahr die Stadtteilarbeit offiziell übernommen hat. Hierzu gehören der Senioren-Treff, der „Lenz Treff“ mit niedrigschwelliger Familienberatung und  viele generationsübergreifende Angebote von der Frühförderung bis zu Computer-Kursen für Senioren.

„Bei der Entwicklung von neuen Angeboten sind Essen und Trinken immer ganz wichtig, um die Leute überhaupt ins Haus zu bekommen. Soziale und materielle Absicherung sind grundlegend, erst dann kann man sich um die Bildung kümmern“, sagt Helling. „Eine ganze Menge der Bewohner aus anderen Ländern sind hochgebildet und hatten verantwortungsvollste Jobs, die hier aber nicht anerkannt sind.“ Finanzielle Probleme sind jedoch vorprogrammiert: „Personalkostensteigerungen werden von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration nicht mehr übernommen und auch die Betriebskosten steigen. Wir werden sparen müssen.“ mf

 

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