Kahlschlag Zur Vorbereitung auf den A7-Ausbau wurden entlang der Autobahn Bäume und Sträucher abgeholzt – ein Alptraum für viele Anwohner, wie hier am Vogt-Kock-Weg Foto: sun

Böschung abgeholzt

Schock in Schnelsen nach den ersten Arbeiten zum A7-Ausbau

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In den Wohngebieten zwischen Frohmestraße und Schleswiger Damm und an der Vogt-Kock-Straße ist es laut geworden: Völlig überraschend für die Anwohner wurde die schützende Böschung komplett abgeholzt.

„Bauvorbereitende Maßnahmen laufen an“ lautete eine Info aus der Wirtschaftsbehörde, die Anfang November an die Medien verschickt wurde. Der Inhalt: Im Bereich Schnelsen würden Bäume gefällt und so Gelände frei gemacht für die Verbreiterung der Autobahn. Viel passiert ist erst einmal nicht. Der Schock kam jetzt für die Anwohner in den Straßen Am Hasenkamp, Am Dorfteich und Meddenwarf: Der Hang an ihren Häusern wurde komplett abgeholzt. Das Problem daran: Oberhalb der Dächer der gut 70 Reihen- und Einzelhäuser rollt viel Verkehr über den Schleswiger Damm zur A7-Auffahrt Schnelsen. Davon bekamen sie bisher wenig mit, denn der Hang war hoch und dicht bewachsen und diente so als natürlicher Lärm- und Sichtschutz. Jetzt können die Autofahrer vom Zubringer aus direkt in die Schlafzimmer blicken. Und der Krach nervt.

„Ende Januar wurden im Hangbereich erst einige Bäume mit Spraypunkten markiert; am 3. Februar wurde großflächig gefällt. Zunächst nur die nicht gekennzeichneten Bäume. Einen Tag später rückte der Trupp erneut an und fällte auch die letzten Bäume“, so Andreas Stonus. Sein Haus liegt direkt an dem Hang, sein Garten hat nun den Charakter eines potenziellen Drive-In-Schalters. 

Entsetzt sind die Anwohner unterhalb des Schleswiger Damms über die abgeholzte Böschung, die bisher Lärm- und Sichtschutz bot. Silke Seif (re.) informierte sich vor Ort über die Folgen Foto: sun

Weder er noch seine Nachbarn wurden vorher über die Pläne informiert. Auch nicht bei den Info-Veranstaltungen zum A7 Deckel, die sie besucht haben: „Nie gab es Hinweise darauf, dass auch am Schleswiger Damm Arbeiten geplant sind“, kritisiert Stonus einmal mehr die Informationspolitik zum Großprojekt. Jetzt hat er erfahren, dass die A7-Auffahrt verbreitert werden soll.

Silke Seif, Bezirksabgeordnete des CDU-Ortsverbandes und als Schnelsenerin selbst betroffen, sah sich das Ergebnis der Fällarbeiten vor Ort an und will nun zuerst mit der Planungsgesellschaft Deges sprechen und auch die Möglichkeit klären, in diesem Bereich eine Lärmschutzwand zu installieren. sun

Entsetzt sind die Anwohner unterhalb des Schleswiger Damms über die abgeholzte Böschung, die bisher Lärm- und Sichtschutz bot. Silke Seif (re.) informierte sich vor Ort über die Folgen Foto: sun

Anmerkung am Rande: Auf die Frage, was getan wird, damit die Anwohner in den nächsten Jahren während der Bauarbeiten dem Lärm nicht permanent ausgesetzt sind, antwortete die Wirtschaftsbehörde: "Bäume und Büsche haben im Übrigen keine Lärmschutzwirkung."

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