Ohne Plan keinen Plan

Serien-Start: Die Hamburger Bauleitplanung von A bis Z erklärt

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In einer neuen Serie wird das Niendorfer Wochenblatt in nächster Zeit die Hamburger Bauleitplanung vorstellen und auch erläutern, wann und wo Bürger Möglichkeiten zur Beteiligung haben.

 

Für weite Teile Niendorfs gibt es noch keine Bebauungspläne. Dort gilt nach wie vor der alte Baustufenplan Niendorf-Lokstedt-Schnelsen von 1955, der wesentlich weniger Details enthält als ein B-Plan und auch lange nicht so aktuell ist. Doch ist das von Belang?

Es sieht so aus. Denn nachdem kürzlich am Ohmoor in Niendorf ohne jede Vorwarnung Bagger anrollten und den Anwohnern auf diese Weise klar wurde, dass ihr Hinterland bebaut werden soll, tauchten Fragen auf: Welcher B-Plan regelt die Bebauung? Warum wissen wir als Anwohner nichts von den Plänen und können die Naturschützer nichts dagegen tun? Am Rande des kleinen Wäldchens sind schließlich Fledermäuse und Rehe zu Hause. Zahllose Bäume wurden für vier Reihenhäuser, zwei Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus gerodet.

Ohne B-Plan kein Veto

Fakt ist: Es gibt dort keinen qualifizierten Bebauungsplan. Und es gab keine öffentliche Plandiskussion, wie sie heute im Zuge neuerer B-Pläne üblich ist. Und so erfuhr auch Dieter Siebenreicher vom Eimsbütteler NABU erst per Anfrage des Niendorfer Wochenblatts von dem Geschehen. Doch er kann nichts tun: „Wenn hier eine Bebauung zugelassen ist, haben wir keine Veto-Möglichkeit.“ Er kritisiert: „Es ist mir unverständlich, warum hier bisher keine B-Pläne erstellt wurden. Das Kartenmaterial ist völlig überholt, Straßen und Wegeverbindungen sind auf dem Plan kaum noch zu erkennen.“ Vor dem Hintergrund rechnet er auf dem Gebiet auch in Zukunft mit „Brennpunkten“ dieser Art.

Macht es also Sinn, für alle kritischen Flächen in Niendorf und Schnelsen vorsorglich einen B-Plan zu erstellen, an dem die Bürger und Träger öffentlicher Belange beteiligt werden müssen? Und wenn ja, wer macht das überhaupt? Fragen, denen wir für Sie, liebe Leserinnen und Leser, nachgehen werden. Denn nur wer weiß, wie es geht, kann Ansprüche geltend machen und Pläne in seinem Umfeld konstruktiv mitgestalten. Mehr dazu in den nächsten Ausgaben.  sun

 

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