Vorbildlich findet Peter Martensen (re.) vom Niendorfer Polizeikommissariat das Verhalten von Heinz Geest, der kurz vor seinem 90. Geburtstag den Führerschein abgegeben hat

Mit 90 will ich nicht mehr Auto fahren

Führerschein gegen ein HVV-Ticket eingetauscht

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Kurz vor seinem 90. Geburtstag hat Heinz Geest aus Niendorf sein Auto abgemeldet und den Führerschein abgegeben.

 

Wenn der 89-Jährige seinen Führerschein zeigt, ist jeder entzückt: Er hat noch einen dieser grauen „Lappen“, die in keine Geldbörse passen. 1963 wurde er ausgestellt, also vor exakt 50 Jahren. Doch das dünn und fransig gewordene Papier hat nun ausgedient, denn Geest hat es zur Polizei gebracht. „Man merkt doch selbst, dass man in bestimmten Situationen nicht mehr ganz so schnell reagiert wie früher. Die Augen werden nicht besser und die Unsicherheit nimmt zu – dann ist es an der Zeit, mit dem Autofahren aufzuhören“, sagte er, händigte das Dokument im Niendorfer Polizeikommissariat dem Beamten Peter Martensen aus und zog dann stolz ein neues Papier aus der Tasche: ein HVV-Abo.

Vom Wagrierweg aus, wo der Betriebsschlosser seit 1968 lebt und viele Jahre als Hausverwalter tätig war, sind es nur ein paar Schritte zur U-Bahn: „Mit Bus und Bahn bleibe ich weiterhin mobil“, sagt Geest. Auch ohne Auto, das er wenige Stunden zuvor abgemeldet hat. „Das ist für mich sicherer und für alle anderen Verkehrsteilnehmer auch“, schmunzelt der Senior.

„Wir wären froh, wenn mehr Menschen so vernünftig handeln würden“, lobte der Polizist, der den Führerschein an den Landesbetrieb Verkehr schicken wird – mit dem Hinweis, dass das Papier aus Altersgründen abgegeben wurde. Freiwillig! Werner Geest, der seinen Vater auf dem Weg begleitet hat, ist froh, dass es dessen eigene Idee war, denn eins sei klar: Nur wer selbstbestimmt handeln kann, steht am Ende auch hinter so einer elementaren Entscheidung. sun

 

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