Porky genießt die gesunden Naschereien und Streicheleinheiten von Marianne Kammler (li.) und Frauchen Franziska Gerdel

Hier haben Senioren richtig Schwein

Marianne Kammler hat sich in der Seniorenwohnanlage mit Therapieschwein Porki angefreundet

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Die Bewohner der Seniorenwohnanlage Lokstedt haben im wahrsten Sinne des Wortes Schwein. Seit fast einem Jahr begleitet Minnesota Minipig Porki ihren Alltag. Marianne Kammler hat sich ganz besonders mit dem borstigen Vierbeiner angefreundet.

 

Es grunzt und quiekt vor Marianne Kammlers Zimmertür. Beharrlich fordert Schwein Porki die Aufmerksamkeit  und Leckereien der 80jährigen. „Heute gibt’s keinen Krimi-Abend, heute muss ich mit Porki los“, lacht Kammler und geht am Rollator neben dem Schwein den Gang hinunter. „Als ich hier einzog, konnte ich ganz schlecht laufen. Porki hat den Gehwagen mit der Schnauze angestoßen und mich wieder auf die Beine gebracht“, erzählt sie.

Hundeersatz

Das kleine, aber immerhin 38 Kilo schwere Schwein hat Wohnbereichsleiterin Franziska Gerdel sich Anfang des Jahres 2013 zugelegt. „In meiner Wohnung sind Hunde verboten, aber von Schweinen stand nichts im Mietvertrag“, lacht sie. Die Heimleitung war offen für die Idee, den Vierbeiner mit zur Arbeit zu bringen. Mitarbeiter und Bewohner haben Porki schnell ins Herz geschlossen: „Er bereitet viel Freude, weckt positive Emotionen und macht den Alltag lebendiger“, erzählt Gerdel. Wer seine Tür offen stehen lässt, signalisiert dem Schwein, dass es willkommen ist. So kann Porki auch bettlägerigen Senioren eine Freude machen. „Wenn die Bewohner genug haben, klingeln sie einfach, dann hole ich Porki ab“, erzählt Gerdel. Um Bewohner, die Angst haben oder keine Tiere mögen, macht das sensible Schwein instinktiv einen großen Bogen. Wenn Porki seine Ruhe haben möchte zieht er sich ins warme, große Badezimmer zurück. Nur zu den Mahlzeiten muss Porki, der auch gern mal Kekse aus den Zimmern klaut, eingesperrt werden. Sonst gehört das Getrappel von Porkis Pfoten zum Alltag. „Nur wenn ich ein paar Tage hintereinander Frühdienst habe, hat er keine Lust und bleibt lieber Zuhause“, grinst Franziska Gerdel. mf

 

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