Schwedenrot gestrichen machen die Unterkünfte an der Holsteiner Chaussee nun einen einladenden Eindruck

Ein Zuhause für Wohnungslose

20 Jahre Pavillondorf an der Holsteiner Chaussee

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Das Pavillondorf in Schnelsen an der Holsteiner Chaussee 397 wurde 1993 für Asyl-Bewerber gebaut. 20 Jahre später dient es 260 wohnungslosen Männern und Frauen als Unterkunft.

 

In den neun Wohnhäusern teilen sich jeweils zwei Personen ein Zimmer. Zwei Betten, Schrank, Tisch und Stuhl – für mehr reicht der Platz nicht. Das gilt auch für die kürzlich errichteten zweistöckigen Container, die ausschließlich den Frauen vorbehalten sind.

Das Glück, einen Raum allein zu bewohnen, haben nur wenige, denn gerade jetzt wird jedes Bett gebraucht. Doch für die taffe Unterkunftsmanagerin Ute Gastberger wäre es ein Traum, jedem ein Einzelzimmer geben zu können um den vom Schicksal gezeichneten Menschen so etwas wie Privatsphäre zu bieten und damit auch das Konflikt-Potenzial zu minimieren.

Die Polizei ist nicht umsonst fast täglich vor Ort. Mit ein Grund für Carsten Ovens, im Rahmen des Aktionstages Perspektivenwechsel für einige Stunden in die Einrichtung zu gehen. „Jeder Be­wohner bringt seine Geschichte mit und keine davon ist schön“, erfuhr der Lokstedter CDU-Bezirksabgeordnete.

Engagiertes Team

Stark beeindruckt hat ihn das Engagement von Ute Gastberger. Gerade hat sie die Häuser im skandinavischen Stil streichen lassen. Das sieht adrett aus. Und bemerkenswert sauber. Auch dafür sorgt sie mit Nachdruck. Die neu angelegten Blumenbeete und die gemütlich gestalteten Gemeinschaftsräume sorgen trotz aller Sorgen und Nöte für ein gutes Lebensgefühl.

Wie sehr sie die Seele der Einrichtung ist, wurde beim Rundgang durchs Dorf deutlich, der Einblicke in einige Zimmer und Gelegenheit zu Gesprächen mit den Bewohnern bot. Für jeden einzelnen nahm sie sich Zeit, hörte zu, bot Hilfe an.

Ein gutes Team sind die Unterkunftsmanagerin Ute Gastberger (vorne) und ihre Assistentin Sabine Niemann

Viel Redebedarf

Eigentlich hatte Carsten Ovens auch tatkräftig mit anpacken wollen, doch seine Hilfe wurde an anderer Stelle gebraucht: Informationen darüber, wie für bestimmte Vorhaben bezirkliche Sondermittel be­antragt werden können, waren für das Team ebenso wertvoll wie die Idee, an der Holsteiner Chaussee in Höhe des Pavillondorfes einen Ze­­brastreifen zu erwirken, damit die Bewohner gefahrlos zur Bahn und zum Einkaufen ge­­langen können. „Geld- und Sachspenden würden uns helfen und es wäre zu schön, wenn die Hamburger Tafel vor Ort wäre“, wünschte sich das sechsköpfige Team zum Ab­schluss des regen Gedankenaustauschs. sun

 

f & w fördern und wohnen AöR

Wohnunterkunft Pavillondorf

Holsteiner Chaussee 397

22457 Hamburg

Tel. 559 37 33

 

Erste Hilfe

 

Anlaufstelle bei Wohnungslosigkeit: Fachstelle für Wohnungsnotfälle, Bezirksamt, Grindelberg 66, Tel.: 42801 1961; Mo. bis Mi. 8 bis 12 Uhr, Do. bis 18 Uhr

 

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