Ohne Geld kein Parken

Bezirksversammlung lehnt Befreiung der HVV-Nutzer ab

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Spätestens im Sommer 2014 sind in Hamburg die Zeiten des kostenlosen Parkens auf Park-and-Ride-Plätzen (P+R) vorbei.

 

Die Wirtschaftsbehörde will das Park-and-Ride-Angebot in Hamburg ausweiten, verbessern – und kostenpflichtig machen. Am Stadtrand sollen bis zu 2200 neue P+R-Stellplätze entstehen, einige Anlagen – wie die in Niendorf Nord – werden aber auch aufgegeben.

Auf den verbleibenden P+R-Plätzen kommen nach Sanierung und Modernisierung Gebühren auf die Nutzer zu: zwei Euro kostet ein Stellplatz pro Tag, 20 Euro die Monats- und 200 Euro die Jahreskarte. Dafür sollen die Plätze überwacht und kontrolliert werden.

Dass die Gebühreneinführung geeignet ist, die City weiter von Pkw-Pendlern zu entlasten, bezweifeln die Gegner. Wer aus dem Umland kommend schon Zeit und Mühe dafür aufwendet, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen, will nicht auch noch drauf zahlen müssen. Während der in Hamburg wohnende Kollege für den Weg zur Arbeit nur das HVV-Ticket braucht, kommen für Pendler auf der ersten Strecke die Kosten für das Auto dazu und für den Rest nun auch noch Parkgebühren. Das wird als ungerecht empfunden.

Darauf wies in der jüngsten Sitzung der Bezirksversammlung die CDU-Fraktion hin, die per Antrag erreichen wollte, dass HVV-Nutzer von diesen Gebühren ausgenommen werden. Doch in der Hitze der zum Teil recht unsachlichen Diskussion ging diese Idee völlig unter.

Auto abschaffen!

Die Mahnung von Carsten Ovens (CDU), dass mit einer P+R-Gebühr der Umstieg auf Bus und Bahn unattraktiver werde, war für Rüdiger Rust (SPD) kein Argument: Das Parkhaus am Tierpark werde trotz der dort zu zahlenden Gebühren sehr gut angenommen, zudem sei P+R außerhalb der Stadtgrenzen schon lange kostenpflichtig. Warum also sollte es in Hamburg kostenlos sein? Wer keine Lust habe fürs Parken zu zahlen, solle sich doch eine Wohnung in der Stadt suchen und das Auto abschaffen. Rusts Partei-Genosse Peter Schreiber ergänzte: Viele Pendler würden bequem im „Speckgürtel“ wohnen und ihre Steuern nicht in Hamburg zahlen. „Und da sollen wir sie hier bei uns kostenlos parken lassen?“, fragte er.

Hans-Hinrich Brunckhorst (CDU) reagierte entsetzt: Wer so denke, könne auch am Stadtrand eine Schranke aufstellen, um zu verhindern, „dass die bösen Pinneberger, Norderstedter und Kaltenkirchener herkommen und unsere Parkhäuser abnutzen“.

Am Ende verhinderten SPD und Grüne dann mit der Ablehnung des CDU-Antrags die Chance auf kostenloses Parken für die HVV-Nutzer. „Kunststück, als Abgeordnete kriegen die ihre Tickets ja auch weiterhin kostenlos“, lautete der frustrierte Kommentar einer Zuhörerin. sun

 

 

P+R-Plätze

 

Niendorf Tibarg/Paul-Sorge-Straße, 112 Plätze

Schnelsen Pinneberger Str./AKN-Station, 99 Plätze

Niendorf Nord Busbahnhof, 49 Plätze (P+R soll in absehbarer Zeit zu Gunsten einer Multifunktionsfläche aufgegeben werden)

Lokstedter Höhe, 145 Plätze (P+R bereits aufgegeben,

derzeit Flüchtlingsunterkunft, Wohnungsbau geplant)

 

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