Liga-Obmann Nils Kuntze-Braack setzt jetzt auf die eigene Jugend

Jetzt zählt nur der Klassenerhalt

Fußball Oberliga: Germania Schnelsen setzt auf neuen Trainer und junge Talente

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Magere 15 Punkte auf dem Konto, Überwintern auf einem Abstiegsplatz – das ist die traurige Bilanz, die Fußball-Oberligist TuS Germania Schnelsen vor Weihnachten ziehen muss. Dazu kommt das vorzeitige Ausscheiden von Trainer Bert Ehm zum Jahresende (wir berichteten) sowie der Rückzug des sportlichen Leiters Holger Spethmann.

 

Noch vor einem halben Jahr hätte sich das am Riekbornweg niemand vorstellen können. Wie schon in der Vorsaison wollten die Germanen eigentlich um die Aufstiegsplätze mitspielen. „Nun ist das oberste Ziel der Klassenerhalt“, erklärt Liga-Obmann Nils Kuntze-Braack. Das Prekäre: Der Verein ist nicht nur sportlich, sondern auch finanziell am Boden. Seit Saisonbeginn verließen insgesamt 20 Spieler den Club, darunter viele erfahrene Leistungsträger wie zuletzt Torwart André Tholen sowie die beiden Stürmer Jan Vierig und Sezgin Akgül. Ein Grund: Der Verein konnte die teuren Gehälter nicht mehr zahlen.

„Unter diesen Bedingungen sehe ich für meine Arbeit keine Perspektive mehr“, begründet Bert Ehm seine Entscheidung der vorzeitigen Vertragsauflösung. Der 67-Jährige, der im Hamburger Raum seit über drei Jahrzehnten als Trainer tätig ist, hat sich jedoch im gegenseitigen Einvernehmen von den Schnelsenern getrennt. „Wir gehen im Guten auseinander“, betont auch Kuntze-Braack. „Bert braucht ein erfahrenes Team, das er motivieren kann. Unsere ganz junge Mannschaft muss offensichtlich aber anders angesprochen werden.“ Denn aufgrund der knappen Finanzlage setzt Germania in der Rückrunde jetzt auf die eigene Jugend.

Schon bei der Partie gegen Curslack am vergangenen Sonnabend waren nur zwei Spieler älter als 23. Nach und nach sollen nun die A-Jugendlichen bei Germania in der Oberliga ihre Chance bekommen. „Die Jungs freuen sich riesig über diese Möglichkeit“, sagt Frank Alster, Mitglied der Jugendleitung bei den Germanen. „Gleichzeitig müssen wir natürlich aufpassen, dass wir die Jugend behutsam aufbauen und unsere eigenen Ligaspiele in der Verbandsliga nicht darunter leiden.“ 

Und genau diesen Spagat soll nun der neue Mann auf der Trainerbank schaffen: Florian Gossow, bisher Co-Trainer beim Regionalligisten SC Victoria. „Er hat das Zeug dazu. Mit ihm wollen wir den Abstieg verhindern“, so Kuntze-Braack. „Auch, wenn wir uns mit unserem schmalen Personalkader auf ein sehr, sehr dünnes Seil begeben.“ ls

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