Wasseraufbereitung Schon die relativ kleine Anlage, die jetzt für Trockenheit in der Baugrube sorgen muss, braucht viel Platz und ist auch nicht zu überhören

Tiefgarage doch ohne Doppelparker

Die Schiffszimmerer können ihre Pläne im Rimbertweg nun doch nicht umsetzen

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Ein hoher Grundwasserstand und ein unterirdisches Moorgebiet machen die Pläne zunichte, in der Tiefgarage am Rimbertweg mehr Stellplätze zu schaffen.

 

Im September hatte das Niendorfer Wochenblatt über die besondere Problematik bei einem Bauvorhaben in Lokstedt berichtet: Für den Neubau der Schiffszimmerergenossenschaft waren fast alle der bisherigen 117 Parkplätze und Garagen entfallen. Und nur ein Teil davon sollte in der geplanten Tiefgarage später wieder zur Verfügung stehen. Um ihre Anzahl zu optimieren, wollten die Schiffszimmerer mit Doppelparker-Stellflächen 20 zusätzliche Plätze schaffen.

Neues Gutachten

Doch daraus wird nichts, wie die Genossenschaftsreferentin Birka Friedrich mitteilt: Ein geotechnisches Gutachten für das Trockenhalten der Baugrube habe einen alle bisherigen Erfahrungswerte übersteigenden Grundwasserstand ergeben und eine überraschend hohe Eisen- und Zinkbelastung. Zudem seien Torflinsen entdeckt worden: Das unterirdische Moorgebiet führe viel gespeichertes Wasser mit sich, das bei einer Aushebung der Baugrube in der für Doppelparker benötigten Tiefe stetig nachlaufen würde.

„Um das abgepumpte Wasser vor Ort wieder ins Siel leiten zu dürfen, wäre eine Aufbereitung nötig“, so Friedrich. Doch das sei problematisch: Es fehle vor Ort nicht nur am Platz für solche Anlagen zum Abpumpen, Filtern und Aufbereiten. Auch könne bei diesem Verfahren die Bodenstabilität gefährdet sein – Setzschäden an anliegenden Häusern wären eine mögliche Folge. Abgesehen davon würde die Aufbereitung mindestens 200 000 Euro kosten und so die Baukosten für die Tiefgarage extrem in die Höhe treiben.

Diese Verkettung von Problemen sei für die Genossenschaft nicht tragbar, so Friedrich. Die Risiken und Zusatzkosten seien so gravierend, dass das Bauvorhaben der Doppelparker-Tiefgarage eingestellt werden müsse. Das heißt, dass es am Ende doch nur 97 Stellplätze geben wird – also 20 weniger als vor dem Bau – bei zugleich 40 Familien mehr im Quartier. Für jeden nicht gebauten Platz ist eine Ablösesumme in Höhe von 6000 zu zahlen.

Um die Stellplatzsituation vor Ort zu verbessern, führen die Schiffszimmerer nun Gespräche mit einem CarSharing-Anbieter, der im Veilchenweg mit dem Bauverein der Elbgemeinden so eine Idee gerade umsetzt. sun

 

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