Um 1900 ließ der Albingia- und Hamburg-Mannheimer-Gründer Hermann Mutzenbecher die heute denkmalgeschützte Villa erbauen, die bisher von der SAGA als Wohnhaus vermietet wurde

Schüler und Studenten wollen Mutzenbecher-Villa sanieren

Ein attraktives Konzept, das allen Niendorfern zugute kommt

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Wie vergangene Woche berichtet, liegt ein attraktives Nutzungskonzept für die Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege vor. Noch fehlt eine entscheidende Zusage der Stadt. Doch alle beteiligten Akteure stehen bereits in den Startlöchern.

 

Das Leitbild „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ der Stadtteilschule Niendorf soll während des angedachten Umbaus der Mutzenbecher Villa zu einem Bildungshaus mit bestimmend sein. Denn bei der Sanierung des altehrwürdigen und bisher von der SAGA genutzten Hauses wollen die ausbildungsorientierten Klassen der Stadteilschule Niendorf tatkräftig mit anpacken.

Berufspraxis

„Kennzeichnend für diese Klassen sind Langzeitpraktika  mit zwei Tagen pro Woche zur Berufsorientierung in Firmen. Und genau diese Erfahrungen könnten unsere Schüler auch bei den Gewerken auf der zukünftigen Baustelle im Niendorfer Gehege sammeln“, erklärt Schulleiter Ingo Kangarlou. Basierend auf der Idee des Hamburger Hauptschulmodells könnten damit Niendorfer Schüler in ihrem Heimat-Stadtteil berufliche Praxis sammeln.

Als Kooperationspartner der geplanten Stiftung Mutzenbecher-Villa bieten sich der Schule auch über die Sanierung hinaus zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. „Ideen dazu haben wir ganz viele“, so Kangarlou. „Die Schüler des Profils ,Hamburg und die Welt’ könnten interessierten Touristen Führungen anbieten, unsere Catering- Klasse könnte für stattfindende Events kochen und für den Natur- und Sachkundeunterricht könnten Pflanz-Parzellen gepachtet werden.“

Noch fehlt die Zusage der Finanzbehörde. „Wir gehen aber davon aus, dass Anfang Dezember die Anhandgabe erfolgt, so dass wir spätestens Anfang Juni 2014 mit der Stadt Hamburg einen Erbpachtvertrag schließen können“, so Mit-Initiator Andreas Reichel. Er hat mit Gerd Knop und Reinhard Kahl das interessante Nutzungskonzept auf den Weg gebracht, das auch mit Hilfe von Sponsorengeldern und –dienstleistungen finanziert werden soll.

Auch Architektur-Professor Jens Uwe Zipelius von der HafenCity-Universität wird sich mit seinen Studenten maßgeblich an der Sanierung beteiligen. „Wir waren in den letzten Monaten rund zwölfmal vor Ort und haben mehrere Bauzustandsanalysen durchgeführt“, so der Sachverständige. Die Untersuchungen ergaben, dass das geschichtsträchtige Haus an Ameisenbefall und leichter Dachdurchfeuchtung leidet, aber insgesamt durchaus robust ist. „Für die Sanierung des ersten Teilbereichs mit dem jetzigen Eingangsbereich, Wohnzimmer und drei bis vier Nebenräumen könnten wir bei Baubeginn im Frühjahr zu Weihnachten 2014 fertig sein“, so der Experte.

Erste Sponsoren

Seit dem Frühjahr 2012 fasziniert ihn die um 1900 erbaute Villa, „die als Projekt junge Studenten und Azubis – also die späteren Partner auf zukünftigen Baustellen – schon früh miteinander ins Gespräch bringt.“ Erste Handwerkerfirmen haben bereits Signale gegeben, die Arbeiten auf verschiedene Art zu sponsern.

Noch bewohnt Der letzte Mieter wird weiterhin in der Villa bleiben

Prof. Dipl.-Ing. Jens Uwe Zipelius wird mit seinen Studenten ein exaktes Modell der Villa bauen und die Sanierung aktiv mit begleiten. Gleichzeitig sollen sich Niendorfs Stadtteilschüler schon einmal mit der Innengestaltung des ersten Bauabschnitts beschäftigen und auch ein Pappmodell im Maßstab 1:20 bauen.

Als Bildungs- und Begegnungsstätte würde die Mutzenbecher-Villa dann nach ihrer Sanierung allen Interessierten offen stehen, Platz für Seminare, Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekte bieten. Der bisher noch darin wohnende Mieter soll bleiben und weiter Hausmeisteraktivitäten vornehmen. Auch das Gymnasium Bondenwald ist in engem Kontakt mit den Initiatoren und prüft gerade drei verschiedene Optionen der Zusammenarbeit. moe

 

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