Vom Wunderbrunnen können Autofahrer ab 2014 nicht mehr links auf die Oldesloer Straße abbiegen. Wer auf die A7 Richtung Süden will, muss bis zur AS Schnelsen fahren

Sorgen rund um den A-7 Ausbau

Linksabbiegespuren an der AS Schnelsen-Nord werden gesperrt

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Viele Fragen und Ängste rund um den Ausbau der A7 und die möglichen Beeinträchtigungen der Mobilität in Schnelsen beschäftigen die Geschäftsleute in der Frohmestraße.

 

Zwar gab es bereits eine öffentliche Informationsveranstaltung, doch diese war eher allgemeiner Natur und bezog sich weniger auf die konkreten Maßnahmen rund um das Nahversorgungszentrum und die umliegenden Straßen. Aus diesem Grund stand das Thema „Verkehr“ im Mittelpunkt des fünften Unternehmensstammtisches, zu dem WiN!-Projektleiterin Saskia Pedersen eingeladen hatte. Mit Klaus Franke, Abteilungsleiter Bundesfernstraßen in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Ulrich Krentz, Mitarbeiter der mit der Gesamtplanung beauftragten Projektmanagementgesellschaft DEGES, und Rüdiger Martens, Bereichsleiter Verkehrstechnik bei der Argus Stadt- und Verkehrsplanung,  stellten drei hochrangige Referenten den aktuellen Planungsstand vor und standen den leider nur spärlich erschienen Geschäftsleuten Rede und Antwort.

Gleich zu Beginn kam Kritik am Entwurf des 560 Meter langen „Schnelsener Deckels“ auf. Zum Missfallen der Gewerbetreibenden sind darauf keine Stellplätze vorgesehen, obwohl die Frohmestraße ein Parkplatzproblem hat. Klaus Franke wies darauf hin, dass die Gestaltung des Deckels ein eigenständiges Planrechtsverfahren sei, für das es andere Zuständigkeiten gebe. Er empfahl den Anwesenden, sich mit den Ansprechpartnern von Stadtentwicklungsbehörde und Bezirk zusammenzusetzen, um Ideen und Einwände vorzubringen.

Ulrich Krentz umriss die technischen Details des Autobahnausbaus, der unter fließendem Verkehr mit jeweils zwei 3,25 Meter breiten Spuren pro Richtung betrieben werden soll.                     

 

Das kommt auf Schnelsen zu

  

Auch wenn der Verkehr weitgehend auf der A7 gehalten werden soll, müssen im nachgeordneten Netz neuralgische Kreuzungen auf den Umleitungsstrecken „ertüchtigt“ werden, um den Fluss zu optimieren.

Eine besonders heikle Stelle ist die Anschlussstelle Schnelsen-Nord. Unter der Autobahnbrücke auf der Oldesloer Straße steht während des Abrisses bzw. Neubaus des Unterführungsbauwerks nur ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Für die Dauer von vier Jahren ist deshalb nur das Linksabbiegen aus Richtung Flughafen möglich. Die übrigen Linksabbieger werden gesperrt.

Das bedeutet z.B. für alle Ikea-Kunden aus und in Richtung Süden der A7, dass sie ab 2014 einen Umweg über die Oldesloer Straße bis zur Anschlussstelle (AS) Schnelsen in Kauf nehmen müssen. Um den Verkehrsfluss zu sichern, werden Ampelschaltungen angepasst, der Knoten Wunderbrunnen/Oldesloer Str. umgebaut und am Schleswiger Damm (AS Schnelsen) ein Fahrstreifen für Rechtsabbieger Richtung Hannover eingerichtet.

Ebenfalls ab 2014 werden die Autobahnbrücken in der Frohme- und Heidlohstraße abgerissen. Dazu muss die A7 an zwei Wochenenden voll gesperrt werden. Innerhalb von je nur einer Woche sollen die beiden Straßen dann dank aufgelegter Behelfsbrücken wieder befahrbar sein. Allerdings wird der Verkehr rund zweieinhalb Jahre lang über eine provisorische Brücke mit nur einstreifiger Richtungsfahrbahn und intelligenter Ampelschaltung abgewickelt werden.

Keine Dauerstaus?

„Das wird funktionieren“, versprach Rüdiger Martens und erklärte, dass die Planungen auf aktuellen Zählungen basierten und das durchschnittliche Verkehrsaufkommen werktags nicht so hoch sei, dass man mit Dauerstaus rechnen müsse.

Wenn die Frohmestraße „fertig“ ist, werden voraussichtlich 2015 die Knotenpunkte Frohme-/Wendlohstraße und Holsteiner Chaussee/Halstenbeker ertüchtigt, denn diese Straßen werden zu Umleitungsstrecken und müssen den Rampenverkehr aus Osten und Westen aufnehmen, wenn die AS Schnelsen in Richtung Süden ab 2016 für 18 Monate gesperrt und der Verkehr zur Auffahrt auf das Autobahndreieck Nordwest geführt wird. Als Anpassungsmaßnahme wird währenddessen die Busspur am Knoten Frohme-/Wendlohstraße aufgehoben. Zudem werden an der Kreuzung Holsteiner Chaussee/ Halstenbeker Straße Linksabbiegespuren ergänzt.

Nächste größere Maßnahme an der AS Schnelsen ist 2017 die viermonatige Sperrung der östlichen Ausfahrtsrampe. In dieser Zeit werden die Verkehre von der AS Schnelsen Richtung Westen hauptsächlich über die AS Schnelsen-Nord geführt. Ein Teil des von der A7 aus Süden kommenden Verkehrs soll bereits am Autobahndreieck Nordwest über die AS Eidelstedt abgeleitet werden

„Wir haben alle großen Respekt vor diesen Maßnahmen, die in enger Abstimmung mit sämtlichen Beteiligten vonstatten gehen sollen“, sagte Klaus Franke. Einige Teilnehmer des Unternehmerstammtischs waren von dieser Offenheit angetan, andere blieben skeptisch. „Ich finde, dass das ein gut durchdachtes Konzept ist“, sagte Peter Thomas Steinhauer, Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft „Herz von Schnelsen“. „Es ist völlig klar, dass es Beeinträchtigungen geben wird. Aber ich habe keine Bedenken, dass Schnelsen total abgekoppelt wird und die Existenzen der Geschäfte gefährdet sind. Letztlich profitiert der ganze Stadtteil von diesem Projekt – auch wenn es bis zur Fertigstellung ein weiter Weg werden wird!“ löv

 

 

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