Beim Bereitstellen der Fluggastbrücke, auch Finger genannt, muss seit Neuestem ein Warnsignal ertönen Foto: Ingo Büsing / pixelio.de

Schlaflos in Niendorf

Ein neues Signal bringt Flughafen-Anwohner um den Schlaf

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„Ich liebe meinen Airport“, sagt Flughafen-Anwohner Jörg Bastian. „Aber dieses neue Warnsignal nervt!“ Seit Sommer dieses Jahres raubt ihm und weiteren Niendorfern ein neues Signal beim Bereitstellen der Fluggastbrücken den Schlaf.

 

Nachdem es am Frankfurter Flughafen einen schweren Arbeitsunfall gab gelten neue optische und akustische Maßnahmen für den sicheren Betrieb von Fluggastbrücken. Grundsätzlich hat der Bausachverständige aus dem Teutonenweg Verständnis für diese Maßnahme, nicht aber frühmorgens um 4.30 Uhr, denn das Warnsignal der Brücke muss das Triebwerk eines einrollenden Luftfahrzeuges um 15 Dezibel übertönen, so die Vorschriften.

„Zu dieser Zeit ist auf dem Airport aber nichts los. Das kann man auf einem Stadtflughafen nicht machen“, argumentiert  Bastian und fragt sich, wie sich dieses extrem laute Geräusch mit dem Nachtflugverbot zwischen 23 und 6 Uhr vereinbaren lässt.

„Wir arbeiten mit Priorität daran“, so  Flughafen-Sprecherin Stefanie Harder. Bereits zweimal haben sich die Verantwortlichen am Airport zusammengesetzt mit dem Ziel, die Lautstärke zu reduzieren beziehungsweise den nächtlichen Betriebsbedingungen ohne Flugverkehr anzupassen. Doch dies würde seine Zeit dauern, denn die gesetzliche Lage sei eindeutig und eine Änderung nur in Abstimmung mit dem Hersteller sowie den Sicherheitsingenieuren und Prüfern  rechtskonform umzusetzen. „Unsere Techniker haben Möglichkeiten gefunden und es wird im nächsten Jahr auf jeden Fall eine Lösung kommen. Für die Zeit nach 22 Uhr hoffen wir auf eine schnellere Möglichkeit“, so Harder. Für Jörg Bastian hätte schon im Sommer etwas passieren müssen: „Das Signal sollte nachts komplett ausgestellt werden. Die Flugzeuge könnten dann im Vorfeld parken und es sollten Busse für die Passagiere eingesetzt werden“, schlägt er vor.  mf

 

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