Gemeinsam macht der Schulweg doch viel mehr Spaß. Ideal ist, wenn sich Gruppen zusammenschließen oder jüngere Kinder von einem Erwachsenen begleitet werden

Ohne Auto zur Schule

Eltern protestieren und engagieren sich für einen sicheren Schulweg

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Über 9000 Kinder und Jugendlichen gehen in Niendorf, Schnelsen und Lokstedt zur Schule. Natürlich sollen sie sicher ins Klassenzimmer kommen. Doch das morgendliche Verkehrschaos in den Schulstraßen sorgt für Probleme.

 

Wie in einem Ameisenhaufen geht es oft kurz vor acht Uhr vor den Schulen zu. Fußgänger, Rad- und Autofahrer verflechten sich zu einem großen Gewusel. Und das birgt Risiken. Vor allem die große Zahl der Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, steht in der Kritik. So ergab eine Studie des ADAC, dass Elterntaxen oft durch regelwidriges Anhalten oder riskante Wendemanöver die Sicherheit anderer teils massiv gefährden.

Viele Eltern machen deswegen mit Protestaktionen auf das Problem aufmerksam. An der Grundschule Hinter der Lieth in Lokstedt hat der Elternrat bereits zum dritten Mal mit den zuständigen Polizisten unvernünftige Eltern angesprochen und ermahnt. „Die morgendlichen Zustände vor der Schule sind zunehmend chaotisch“, so der Elternratsvorsitzende Leif Bothmann. „Fußwege werden völlig zugeparkt und wenn hier nichts mehr zu finden ist, wird das Fahrzeug einfach mitten auf der Straße mit Warnblinklicht abgestellt, um das Kind ,eben mal schnell’ in die Klasse zu bringen.“ Mit weiteren Aktionen dieser Art wollen er und seine Mitstreiter erreichen, „dass die Eltern ihre Kinder etwa 150 Meter früher aus dem Auto lassen und die Straße sicherer machen.“

Küsschen und tschüs

An der Niendorfer Grundschule Sachsenweg kümmern sich mehrmals pro Woche Elternlotsen um einen übersichtlichen Schulweg und wurden jetzt „Kiss & Go“-Figuren aufgestellt. Diese 1,50 Meter großen Holzaufsteller wurden von der Elternschaft initiiert, von der Tischlerei Zywietz gestiftet und markieren empfohlene Ausstiegspunkte für Kinder, die mit dem Auto gebracht werden. Inga Sturm-Panitzki, stellvertretende Schulleiterin, erklärt das Prinzip: „Einfach der Mama einen Kuss geben, aussteigen und den restlichen Weg zu Fuß gehen. (Mehr auf Seite 13)

Auch an der Grundschule Sethweg in Niendorf planen Elternrat und Schulleitung für Anfang 2014 eine wiederholte Maßnahme gegen Falschparker und unnötigen Verkehr. „Bei uns ist der Nebeneingang am Schönweg das Problem, wo wir mit Handzetteln und klärenden Worten an die Vernunft der Eltern appellieren wollen“, so Schulleiterin Angelika Ebeling. Vier Grundschulen der Region nahmen außerdem am „Zu Fuß zur Schule“-Aktionstag Ende September teil, für den die Kinder Lob-Stempel für den Autoverzicht sammelten (Bericht Seite 13. moe

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