Verhandlungspause Nebenkläger und Presse verlassen das Gerichtsgebäude am Sievekingsplatz. Das Interesse an dem Prozess ist groß

Prozess gestartet

Erzieher werden neun Sexualstraftaten in Schnelsener Kita vorgeworfen

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Emotionale Szenen spielten sich am Montagmorgen, 14. Oktober im Hamburger Strafgericht zum Prozessauftakt gegen Stefan H. (30) ab, der sich an neun Kindern in einer Schnelsener Kindertagesstätte sexuell vergangen haben soll.

 

Einige Mütter, die als Nebenklägerinnen auftraten, weinten, als der Erzieher in Handschellen an ihnen vorbei in den Gerichtssaal geführt wurde.  Die Verlesung der Anklageschrift nimmt der untersetzte Angeklagte mit dem schütteren blonden Zopf und den weichen Gesichtszügen mit teilnahmslosem Blick zur Kenntnis.

Von September 2012 bis Februar 2013 soll er insgesamt neun Sexualstraftaten an Kindern der Kita begangen haben, die ihm als Erzieher zum Schutz anvertraut waren. H. machte hunderte Fotos von den Geschlechtsteilen der Kinder und nahm an den Jungen und Mädchen sexuelle Handlungen sowie eine versuchte Vergewaltigung vor.

In den Zeugenstand?

„Ich bin fassungslos“, sagte Uwe Büth, Geschäftsführer des Kitawerks Niendorf-Norderstedt, für das der Angeklagte insgesamt zwei Jahre arbeitete. „Der Prozess wird eine harte Probe für die Eltern und Kinder, falls sie in den Zeugenstand müssen.“

Um letzteres zu vermeiden und den Kindern weitere Belastungen zu ersparen, verständigten sich Gericht und Verteidiger des Angeklagten darauf, dass H. acht Fälle gesteht, einer jedoch fallengelassen wird. Der Strafrahmen wird sich nach Aussage des Vorsitzenden Richters Dr. Ulrich Weißmann in einer Haftstrafe zwischen vier Jahren, neun Monate und bis fünf Jahren, sechs Monate bewegen, darüber hinaus werde ein Berufsverbot verhängt. Bis zum 8. November sind sieben Verhandlungstage geplant.  mf

 

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