Auf nach Berlin Neben dem Eimsbütteler Kandidaten Niels Annen (re.) gewannen auch Johannes Kars, Aydan Özuguz und Metin Hakverdi (v.re.) ihre Wahlkreise direkt und ziehen in den Bundestag ein

Niels Annen und Rüdiger Kruse für Berlin

Beide Spitzenkandidaten von SPD und CDU ziehen in den Bundestag ein

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Mit Niels Annen (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) ziehen beide Spitzenkandidaten des Bezirks Eimsbüttel in den Bundestag ein – der eine per Direktmandat, der andere über die Landesliste.

 

Mit einem Erststimmenanteil von 37,5 Prozent konnte Niels Annen die „rote Festung“ Eimsbüttel wieder für die SPD einnehmen. Bereits 2005 hatte der heute 40-Jährige den Wahlkreis gewonnen und war als Abgeordneter nach Berlin gegangen. Vor vier Jahren unterlag er beim Kampf um das Direktmandat überraschend einem Kontrahenten aus den eigenen Reihen. Innerhalb der SPD Eimsbüttel entbrannte daraufhin ein Konflikt, aus dem ein „lachender Dritter“ hervorging: Als erster CDU-Politiker eroberte Rüdiger Kruse die SPD-Hochburg und gewann das Direktmandat. 

Diesen historischen Sieg konnte Kruse jetzt zwar nicht wiederholen, dennoch verbesserte er mit 33,3 Prozent der Stimmen sein Ergebnis von 2009 um rund zwei Prozent. Für ihn war es ohnehin nicht zwingend notwendig, den Wahlkreis zu gewinnen: Rüdiger Kruse zieht über die Landesliste erneut in den Bundestag ein.

 

 

Niels Annen erobert seinen Wahlkreis zurück

 

Auf der zentralen Wahlparty im Kurt-Schumacher-Haus war die Freude der Eimsbütteler Sozialdemokraten groß.

 

„Gerade vor dem Hintergrund unseres enttäuschenden Bundesergebnisses haben die SPD Eimsbüttel und unser Kandidat Niels Annen ein gutes Resultat erzielt“, kommentierte der Kreisvorsitzende Milan Pein das Ergebnis. „Die engagierte Arbeit unserer Mitglieder in den letzten Monaten und die Geschlossenheit der Partei waren ausschlaggebend.“ 

Auch Niels Annen selbst war erleichtert und glücklich: „Ich freue mich über das tolle Ergebnis und danke den Wählern für ihr Vertrauen. Der Wahlsieg gehört allen Mitgliedern meiner Partei, die mich großartig unterstützt haben. Bei meinen Mitbewerbern bedanke ich mich für einen fairen Wahlkampf.“

Die Grünen konnten ihren Erfolg von 2009 nicht wiederholen. Von dem Streit unter den Genossen hatte damals auch Krista Sager profitiert: Für sie stimmten 26 Prozent der Wähler, für ihre Nachfolgerin Anna Gallina diesmal nur noch die Hälfte (13 Prozent).

Eine besonders bittere Niederlage musste Burkhardt Müller-Sönksen hinnehmen, seit 2005 Abgeordneter der FDP in Berlin. Mit einem Erststimmenanteil von 2,3 Prozent (2009: 8,4 Prozent) lag er noch hinter den Kandidaten der Linken (6,9 Prozent), der Piraten (2,4 Prozent) und der AfD (2,8 Prozent). Aber auch ein besseres Abschneiden hätte nichts genützt, da die Liberalen erstmals seit 1949 nicht im Parlament vertreten sein werden.

Müller-Sönksen gestand seine Wahlniederlage trotz des zumindest tröstlichen Zweitstimmen-Anteils von 5,2 Prozent ein und will sich künftig wieder auf seine Arbeit als Medienanwalt konzentrieren. Den Anhängern der FDP gab er ein Versprechen mit auf den Weg.  „Wir werden der freien und sozialen Marktwirtschaft und den Bürgerrechten in Deutschland nun außerparlamentarisch eine Stimme geben.“  löv

 

Knappe Mehrheit für den Rückkauf der Energienetze

Es ist ein denkbar knappes Ergebnis: 50,9 Prozent der Hamburger stimmten beim Volksentscheid für eine Rekommunalisierung, d.h. eine Überführung der Hamburger Energienetze und Fernwärmeversorgung in kommunale Hand.  Obwohl der Senat gegen einen Netzkauf war, sieht er sich diesem Votum verpflichtet. Die Stadt muss nun eine Umsetzungs- und Rückkaufstrategie erarbeiten. 

 

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