Petra Böhme spricht für die Wohnungsbaugenossenschaften

Neubauten künftig ohne Parkplätze?

Senat plant für 2014 die Abschaffung der Stellplatzpflicht

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Bisher mussten beim Neubau 0,8 Stellplätze pro Wohnung gebaut werden. Nun möchte der Senat diese Verpflichtung abschaffen. Was bedeutet das für den Wohnungsbau und für die Bewohner?

 

0,8 Stellplätze pro Wohnung – was dem einen deutlich zu wenig erscheint, weil es in vielen Familien mehr als ein Auto gibt, ist dem anderen zu viel, weil der Trend weg vom eigenen Auto geht. Es ist – wie so oft im Leben – eine Frage der Perspektive.

Wer jetzt schon jeden Abend mit dem Auto durch Lokstedt „cruisen“ muss, um einen der wenigen Parkplätze in der Nähe seiner Wohnung zu ergattern, wird das Bestreben des Senats mit Sorge beäugen: Hat das nicht zur Folge, dass künftig ohne Rücksicht nachverdichtet wird? Schießen nun überall dort, wo bisher nicht gebaut werden konnte, weil kein Platz oder geeigneter Untergrund für eine Tiefgarage war, die Wohnblocks aus dem Boden, während die Anwohner nicht mehr wissen, wo sie ihr Auto lassen wollen?

Ein Hemmschuh

Das Argument der Stadt: Die bisherige Stellplatzpflicht hat den Bau von Wohnungen ganz erheblich verteuert und so zum Anstieg der Mietpreise beigetragen. Zudem sei die Verpflichtung ein Hemmschuh bei dem Bestreben, das Ziel von 6  000 neu gebauten Wohnungen pro Jahr zu erfüllen.

Diejenigen, die diesen Neubau-Boom realisieren sollen, begrüßen das Bestreben des Senats. So berichtet Petra Böhme vom Arbeitskreis Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften, dass schon heute aus diversen Gründen nicht immer alle geforderten Stellplätze gebaut werden können. Für deren Ablösung seien Kosten entstanden, „die zukünftig nicht mehr anfallen und somit die Neubauvorhaben nicht unnötig verteuern“, sagt sie, betont aber auch, dass „die Wohnungsbaugenossenschaften auch zukünftig Stellplatz- oder Mobilitätskonzepte für ihre Neubauvorhaben entwickeln werden“.

Um zugeparkte Wohnstraßen zu vermeiden, fordern die Grünen begleitend zur Abschaffung der Stellplatzpflicht in besonders dicht besiedelten Quartieren eine Parkraumbewirtschaftung und die Einrichtung von Parkgebührenzonen: Anwohner sollten hier einen Parkausweis bekommen und nahezu kostenlos parken können. Gleichzeitig müsste konsequent kontrolliert werden. sun

 

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